Mit sportlicher Gelassenheit und einem Hinweis auf die bereits erbrachte Arbeitsleistung tritt er seine Rolle als Symbol an: Ob man es gut findet oder nicht: Xavier Naidoo symbolisiert einmal mehr die Fähigkeit der deutschen Landschaft einen auszuhalten, der anders ist.
Nur geht es diesmal nicht um die Haut- sondern um die sozio-politische Klangfarbe. Akzentverschiebung nennt man das auch.

Manchmal ist es keine Frage von Sympathie oder Antipathie – sondern von dunkler Vorahnung: Herr oder Frau (jawoll, es gibt auch Männer, die so etwas tun) taucht auf.
Vor der Haustür, vor dem Schreibtisch, gerade dann, wenn man sich nur kurz Kaffee holt – egal. Nicht, dass ich diese Person nicht mag, der Haken liegt woanders: Es gibt kein Entrinnen, keinen Shortcut. Dem freundlichen „Hallo“ folgen jetzt gefühlte drei Millionen weitere Worte. Ein Gespräch beenden und sowohl mein Gegenüber als auch mich angemessen behandeln ist manchmal Kunst.

Vielleicht war der Hanseat auch deshalb so beliebt, weil er eine Eigenschaft hatte, die keineswegs selbstverständlich war zu seiner Zeit: Seine Frau Loki war sehr früh das, was Michelle Obama heute ist: Keine „bessere Hälfte“, die zum Herrenabend Schnittchen schmiert. Diese innere Größe war es denn auch, die Helmut Schmidt so menschlich machte – und seinem herausragenden Intellekt Nahbarkeit verlieh.