Das Proleten-Besteck

Das Proleten-Besteck Das Proleten-Besteck - ein aufschlussreiches Mess-Instrument für die Zugehörigkeit.

Bekanntlich gibt es ja zu allem und jedem den Negativ-Abdruck.

Geht es um Tischmanieren, nimmt diese Rolle das sogenannte „Proleten-Besteck“ ein.
Der Umgang mit dem Trio offenbart mehr, als man auf den ersten Blick meint.

Die Erweiterung von Messer und Gabel…

Das klassische Proletenbesteck besteht aus einem (oft durch Druck und Körperwärme geformten) Portemonnaie, dem Autoschlüssel und dem Handy. Treu wie ein Schatten fristet es sein Dasein neben dem Besteck. Irgendwie auch verständlich: Wer ständig schief sitzt, zieht sich bald Probleme zu.

Schlimmer noch

Wohin also mit dem ganzen Kram, wenn man weder seinen Bewegungsapparat noch seine Jacke durch die monströse Brieftasche und den klobigen Schlüssel verzerren will?

  • Nogo: Diese unsägliche kleine Unterarmtasche mit Schlaufe für Herren
    Wer hat dieses Ding eigentlich erfunden? Ach, egal.
    Bitte denken Sie nicht einmal an den Erwerb oder gar die Benutzung dieses Teils. Die konnotierten Eigenschaften weisen alle in Richtung „etwas retardiertes Muttersöhnchen“ – und das ohne Altersbeschränkung.
  • Die Handtasche der Partnerin
    Das ist wohl häufig die favorisierte Alternative.
    „Bisschen was“ geht ja meistens doch noch hinein.
  • Karte, Autoschlüssel und Handy
    Oder zählen Sie zu denen, die gerne „mit leichtem Gepäck“ reisen?
    Dann stecken Sie das Handy und Ihre Kredit-Karte in Ihre Jackentaschen, den Autoschlüssel in die Hosentasche.

Der Grund für diese Regel

Man mag es kaum glauben, aber diese Regel macht tatsächlich Sinn.
Stellen Sie sich mal vor, jeder breitet seinen Kram auf dem Tisch aus: Je nach Ausstattung kann da schon einiges zusammen kommen. Mal ganz abgesehen vom Proletenbesteck gibt es ja auch noch die Zigarettenpackung, diverse Schminktäschchen oder die Sonnenbrille.

Wenn jeder sein Proleten-Besteck auf den Tisch legt, ist die Ästhetik des Tisch-Arrangements dahin.
Gläser, Besteck, Kerzen, Blumen – alles verschwindet hinter dem Zusemmengewürfelten der persönlichen Gegenstände. Die Frage der Ästhetik ist häufiger ausschlaggebend, als man meint. (Auch, wenn viele Leute das so nicht ansprechen würden.)

Das Territorial-Verhalten bei Tisch

Außerdem nehme ich, wenn ich mein Proleten-Besteck ausbreite, dem anderen Raum weg.

Was für die einen Haarspalterei sein mag, ist für die anderen einfach nur aufschlussreich:
Das Territorial-Verhalten bei Tisch informiert unter anderem über meine Kenntnisse bestimmter Gesetzmäßigkeiten. So, wie ich mich hier verhalte, werde ich später auch bei gemeinsamen Unternehmungen auftreten.

Nicht umsonst planen manche Unternehmen in ihre Bewerber-Phase ein Essen mit ein. Die Tisch-Kultur ist eine Offenbarung. Weit jenseits des Umgangs mit dem Proleten-Besteck offenbart sie, wer wir sind und was wir können.

PS: Mit einem moderierten Essen verschaffen Sie sich schnell Überblick über die gehobene Tisch-Etikette. Sie werden sich auf jedem Parkett souverän bewegen. Dieses Event macht nicht nur Spaß: Nachher wird es Ihnen leicht fallen, Ihre Gesprächs-Partner zusätzlich zu beeindrucken.

Nicht vergessen: Am Esstisch fallen Entscheidungen, die sich am Schreibtisch bemerkbar machen…

Kontakt:
Fon: 0711/ 54 09 64 97
Mobil: 0175/ 22 45 146
Mail: info@erfolgmitstil.de

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