Kennenlernen: Die wichtigste Disziplin

Kennenlernen: Wie baue ich die richtigen Kontakte auf? Die richtigen Menschen kennenzulernen entscheidet über Erfolg und Misserfolg.

Kennenlernen. Hinter diesem Wort verbirgt sich eine Fähigkeit, die für den Erfolg in unserem Leben entscheidend sein kann.
Wen wir kennenlernen und wen nicht – und auch zu welchem Zeitpunkt: All das kann große Auswirkungen auf unser Leben haben.

Die Erfolgs-Fähigkeit

Es lohnt sich also, sich mit der Frage zu beschäftigen, wie man „die richtigen Leute“ kennenlernt.

Für den Vertriebler bedeutet dieser Begriff den „wertvollen Kontakt“.
Für den Menschen auf Partnersuche ist es vielleicht die Frau oder der Mann „fürs Leben“,
Und für den Gründer ist der Inkubator oder Investor interessant.

Sehen wir uns also an, wie es läuft – und auch, wie es nicht läuft.

  1. Drei Gründe, warum jemand mit Stil flieht
  • Aufdringlichkeit

    Das Vorgehen gleicht einem Überfall-Kommando:
    Mit Einfühlungsvermögen auf den richtigen Moment warten? Nö.
    Der missionarische Eifer brennt.

    Entscheidungsfreiheit für das Gegenüber? Fehlanzeige.

    Einige sind direkt voll da und fallen quasi mit der Tür ins Haus.
    Wer sich fühlt wie ein Geldautomat oder wie ein Gebrauchsgegenstand, neigt aber zu Sicherheitslösungen…

    Oder: Beziehungskiller Bleiwüste 

    Kaum ist der Kontakt hergestellt, segeln dem armen Opfer auch schon die Bekennerschreiben ins Postfach.
    Dort bekennt man, mit einer einmaligen Methode, (die angeblich niemand sonst bietet), Erfolg zu erzeugen.

    Die Bleiwüste mit gefühlten 10 000 Worten erschlägt jede Sympathie zu einer Person.
    Nochmal: Diese Art der Kommunikation degradiert jedes Gegenüber zu einem „Briefkasten mit Bank hintendran“.

  • Man verwechselt „Überzeugung“ mit „Überlistung“Die Psychologie macht uns vieles einfacher.
    Auch wie man Menschen überzeugt gehört dazu.
    Irgendwie scheint dieses Wissen sich an mancher Stelle allerdings unmerklich in einen Vorgang der Überlistung verwandelt zu haben. Oft wird man den Eindruck nicht los, dass dieser seriöse und kontinuierliche Arbeit ersetzen soll.
    Das geht schief.

    Charakterliche Integrität

    Nicht, dass anspruchsvoller Mensch Raffinesse verabscheuen würde:
    Wenn sie allerdings dem Selbstverständnis des „ehrbaren Kaufmannes“ entgegen steht, ruft sie Misstrauen hervor. Dann nämlich wird sie als “Rumtrickserei” empfunden.

    Das Selbstverständnis der charakterlichen Integrität lässt sich mit bestimmten Tricksereien nun mal nicht vereinbaren.
    Menschen mit einem hohen Anspruch legen großen Wert auf die damit verbundenen Tugenden – und sie haben für dieses berühmte „G’schmäckle“ einen messerscharfen Instinkt.

    Der Instinkt fürs “G’schmäckle”

    Sie „riechen“ förmlich alles, was mit „Schaumschlägerei“ und dem Anschein von List zu tun hat. Auch die Arroganz, die dahinter lauert, spüren sie sehr wohl. Konsequenterweise meiden sie diese Vorgänge –  inklusive der damit verbundenen Personen.

  • Die  „Massenwurfsendung“

    Irgendwie hat man das alles schon mal gehört. Schade, denn bestimmt gäbe es mehr zu sagen. Man spürt nämlich sehr deutlich, ob es jemand „drauf“ hat oder nicht. Nur ist das „mehr“, was jemand beitragen kann verbunden mit einer Investition der knappen Zeit.Diese sollte man sich nehmen, um sich auf die Begegnung mit einem Gesprächspartner individuell zu gestalten.Verständlicherweise ist die Versuchung, mit dem zu arbeiten „was immer klappt“ groß. Genau das ist aber, was jemand mit Niveau sehen will: Eine persönliche Ansprache.

    Rhetorischer Einheitsbrei

    Eine Ansprache, die individuell für eine Person gedacht ist, versprüht eine bestimmte Frische. Viele Menschen sehen dieses Kriterium als Indikator für aufrichtiges Interesse.

    Kurz und knapp: Das Gefühl, dass gerade ein Werbeprospekt „runtergebetet wird“ führt zum Abschalten.
    Es kann ein möglicher Grund sein, warum die eigentliche Zielgruppe nicht zugänglich ist.

    Wie kann ich anspruchsvolle Gesprächspartner kennenlernen? Wie lege ich die Basis für eine inspirierende Begegnung?

Die Eckpfeiler einer inspirierenden Begegnung

  • Angemessene RahmenhandlungenEs beginnt mit der Distanzzone und setzt sich fort über die Lautstärke.
    So mancher liebe Mitmensch rückt anderen derartig nah auf die Pelle, dass ein Flucht-Reflex ausgelöst wird.„Territorial-aggressives Verhalten“ nennt man das im Fach-Jargon.Im Klartext bedeutet das, dass man dauernd in die vertrauliche Distanz-Zone des Gegenübers eindringt. Diese ist für Familien-Mitglieder und beste Freunde vorbehalten. Dieser Zone auch nur zu nahe zu kommen, fühlt sich für viele Menschen an wie ein Übergriff. Sie schlussfolgern daraus, dass man auch an anderen Stellen unangemessen – bzw. einfach  „plump“ vorgeht.

    Je höher jemand im „Ranking“ ist, um so empfindlicher ist diese Persönlichkeit oft auch bezüglich der Distanz-Zone. Dies hat nicht unbedingt etwas mit Arroganz zu tun, sondern einfach mit einem ganz normalen Bedürfnis: So Vielflieger z.B. empfindet es nicht unbedingt als angenehm, ständig eine Menschenmasse dicht um sich herum zu haben.
    Da wird ein korrekter Abstand schnell schon mal zum elementaren Grundbedürfnis.

    Beim Kennenlernen ein Absolutes Nogo: “Management by touching”

    Das gilt übrigens auch für Frauen: Irgendwann muss mal das Gerücht aufgekommen sein, dass wir Frauen, wenn man uns kurz anfasst, schneller eine anfängliche Gesprächsphase überwinden oder so.
    (Und auch mehr Trinkgeld geben…)

    Vergessen Sie diese Tipps von Pick-Up-Artists oder „Flirt-Trainern“ oder von wem auch immer. Das ist ein Nogo!

    Achtung: In der angelsächsischen Welt gilt so etwas regelrecht als persönlicher Übergriff!

    In diesen Kontext passt auch die Lautstärke:

    Eine zu laute ebenso wie eine zu leise Stimme wirken aggressionsfördernd.
    Angenehmer wirkt es, wenn man sich auf sein Gegenüber einstellt. Und auf die Tageszeit.
    Wer will schon früh am Morgen etwas hören, was klingt wie ein Marschbefehl?

    Diese Liste könnte man jetzt beliebig erweitern: Der Händedruck, der Frage „ab wann wirkt Lächeln arrogant?“ und vieles mehr… Wer die richtigen Menschen kennenlernen will, sollte abweichen vom Üblichen.

    Ein eloquentes Auftreten sieht nun mal überall verschieden aus.

    Auch die Art, wie man sich in einem Raum bewegt, sagt viel über Fokussiertheit und Entschiedenheit aus. Die Körperhaltung und die Art, wie man etwas ansteuert sprechen Bände. Hierzu zählt auch die Geschwindigkeit, die häufig zu einer präzisen Einschätzung beiträgt.

  • Der Sprachgebrauch 

    Jede Gruppe hat ihren eigenen Jargon. Dieser ist nicht nur fach-spezifisch, sondern erklärt sich auch durch das, was nicht gesagt wird.Ist das Reden eingefärbt von Jugendsprache und “Sch….” , wird das oft unkommentiert hingenommen. Respekt und Neugier baut dieser „möchtegern-coole“ Jargon aber nicht auf. 

    Wenn Du was willst gelten, rede schön, aber rede selten.“Die Lebensweisheit gilt nach wie vor an vielen Stellen.Ab und zu macht es Sinn, sich mal den eigenen Sprachgebrauch anzusehen – und einige Worte oder Angewohnheiten auszumisten.
    Dies gilt um so mehr, wenn man eine höhere Position im Unternehmen oder auf dem Markt besetzen will.

    Der Kunde spürt, wie über ihn geredet wird.

    Wenn Sie z.B. Ihre Marktanteile im Premium-Segment ausbauen wollen, dann sollten Sie hierauf deutlich Ihr Augenmerk legen: Welche Worte fallen in Ihrem Unternehmen? Wie sehen diese Worte im Bezug auf den Kunden aus?

    Worte kreieren jeweils ihre eigene Atmosphäre. Glauben Sie mir: Die irrige Annahme „Das sieht der Kunde ja nicht“ führt nicht dazu, dass Sie Ihren Kunden besser kennenlernen. Ich habe bei mir selbst und anderen beobachtet: Eine belastende Atmosphäre wird gemieden. Dies gilt auch, wenn der Kunde für sein Distanzbedürfnis keine rationalen Gründe findet.

  • Die Strategie 

    Wann immer ich außergewöhnliche Menschen kennenlernen konnte, habe ich eines festgestellt: Sie verfolgten eine durchdachte Strategie. Sie haben einen individuellen Denkstil.

    Rabattierte Glanzlosigkeit? Unattraktiv.

    Sie wissen, wer sie sind – und auch, wer sie niemals sein werden.
    Diese innere „Kurzatmigkeit“, die auf jeden Erfolgszug und auf jeden Trend aufspringt gibt es da nicht. Stattdessen existiert ein hoher Eigenanspruch.

    Infolgedessen sind diese Gesprächspartner auch nicht zugänglich für „einmalige Gelegenheiten“: Sie wissen schon, diese Reduktionen, die „nur heute 50% bieten“.

    „Es muss passen“ lautet hier die Devise.

    Eine Grundeinstellung, die es „passend“ macht, besteht im Respekt.
    Hinter dem, was ein außergewöhnlicher Mensch hat, steht immer auch eine Chronik.

    Häufig ist es eine Schmerz-Chronik, denn kein großes Werk, keine besondere Fähigkeit beruht nur auf Talent: Alles will erarbeitet sein.

    Auch, was aussieht, als sei es jemandem mit Leichtigkeit zugefallen, beruht auf einer Entwicklung.

    „Der Zufall belohnt den vorbereiteten Geist.“ hat Louis Pasteur gesagt.

    Egoismus führt zu reflex-artiger Abwehr

    Habe ich Respekt vor der Leistung meines Gegenübers? Oder sehe ich nur das, was ich da rausholen kann? Dann werde ich diese Persönlichkeit eher nicht kennenlernen.

    Wie hat Anthony Robbins mal formuliert? „Warum sollte der andere dir zuhören? Du stiehlst doch bloß seine Zeit.“

    Vielleicht ist das auch ein Grund, warum Leute mit Langzeit-Strategie erfolgreich sind:

    Ihre Reziprozitäts-Politik ist kein „Glasperlen, Flitter und Tand“- Gehabe. Man hat nicht das Gefühl, aufgrund ihres „Geschenkes“ verpflichtet zu sein.
    Es fühlt sich wirklich so an, als wollten sie einen kennenlernen.

    Handlungs-Empfehlung:
    Begrenzen Sie den Zugang zu Ihrer Person.
    So etwas muss man immer wieder neu bewerten und umsetzen.
    Mit der gewonnenen Zeit können Sie sich Ihren Gesprächspartnern besser widmen. 
    Was können andere aus dem Gespräch mit Ihnen gewinnen?
    Stärken ändern sich. Die draus resultierenden Impulse sind immer bereichernd und etwas besonderes.

    Abstract:

    Um neue Menschen kennen zu lernen brauche ich ein passendes Auftreten. Gerade bei Gesprächspartnern mit hohen Ansprüchen sollte ein Gespräch individuell vorbereitet werden. Wiederholungen und Worthülsen werden hier extrem negativ bewertet: Alles, was den Anschein einer Massenwurfsendung erweckt, führt ins “Aus”.

    Hierzu zählt auch die Missachtung der Wohlfühldistanz, die bei Menschen mit hohem Bekanntheitsgrad oft größer ist. Ein absolutes Nogo sind Berührungen zum schnelleren Herstellen einer Beziehung. (Hand auf die Schulter oder den Arm legen z.B.)

    Die Reziprozität

    Auch die heißgeliebte Reziprozitäts-Theorie kann den “Schuss nach hinten losgehen lassen”: Ein “Geschenk”, was den Eindruck einer “Verpflichtung mit Schleife” erweckt, löst nur unangenehmen Druck oder sogar Widerwillen aus.
    Ich sollte meinem Gegenüber immer Gestaltungsfreiheit lassen.
    Dies vermittelt auch aufrichtigen Respekt vor der Persönlichkeit.

    Besonders von Menschen mit hohem Bekanntheitsgrad wird diese Sensibilität sehr geschätzt. Hier kann sie zu einem inspirierenden Gespräch sehr viel beitragen.

     

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