Vorsicht bei Einseitigkeit

Vorsicht vor Einseitigkeit - ein Blog der Stilberaterin Patrizia Becker

Geht es Ihnen bei Einseitigkeit und Stil wie mir?

Bei dem Wort „Stil“ bin ich oft automatisch im „Sei nett zu den anderen“-Modus. Was ja nun nicht ganz verkehrt ist – aber eben auch nicht ganz richtig. Es sogar richtig gefährlich sein, Stil nur für andere zu leben: Bei Einseitigkeit der positiven Verhaltensweisen kommen wir selbst leicht zu kurz.

Ein Beispiel:
Rufen wir uns einmal einen klassischen “Griesgram”  vor Augen. Selten gut gelaunt strahlt er oder sie eine latente Bedrohlichkeit aus. Eigentlich weiß man nie genau, was einen hier als nächstes so erwartet.

Nur über eines darf man sich vorher schon im Klaren sein: Die Attacke wird sitzen. Und Energie abziehen. Bei jeder Begegnung. Der Griesgram ist eben eine „Größe, mit der man rechnen muss“: Sehr geschickt betreibt er ein konstantes Forderungsmanagement. Natürlich nur subtil, er deklariert seine Forderungen nie offen und fair. Kommt Ihnen eine dieser nonverbalen Botschaften vielleicht bekannt vor?

Bei Einseitigkeit dieses Verhaltens sollten Sie vorsichtig sein:

  • „Verhalte Dich gefälligst entlang meiner Launen.“
  • „Meine wohlkalkulierte Explosion wartet schon. Also sei etwas untertänig – vielleicht bin ich dann besänftigt.“
  • „Es gibt einen Kritikpunkt (bei den anderen). Bestätige ihn ja, sonst…..“
  • „Das Opfer hier bin ich. Ich halte das Ganze hier am Laufen.“
  • „Mach zum Mittelpunkt Deiner Gedanken und Deiner Aufmerksamkeit. Dein innerer Gang auf Zehenspitzen ist mir eine Wohltat.“

Sie kennen so etwas nicht? Finden es übertrieben? Freuen Sie sich! Für alle anderen gilt:

Behandeln Sie sich selbst mit Stil. Runter von den Zehenspitzen.
Denn Sie sind es wert.

Tipps für ein souveränes Auftreten

  • Spielen Sie eine typische Begegnung einmal in Gedanken durch.
  • Ihre Angst oder Nervosität hierbei kann ein wichtiges Merkmal dafür sein, dass eine gesunde Grenze deutlich überschritten ist. An welcher Stelle ist sie besonders stark? Hier gilt es, anzusetzen.
  • Machen Sie sich frei von der falschen Erwartungshaltung: Sie sind nicht das „Überdruckventil“ Ihrer Umgebung.
  • Überlegen Sie sich in Ruhe, wie Sie sich einen angemessenen Ablauf vorstellen.
  • Am besten ist immer, ein offenes Gespräch zu führen. Hier empfehle ich Ihnen, sich vorher Notizen zu machen. Entscheiden Sie dann selbst, ob Sie sie im Gespräch verwenden möchten.
  • Ist bei Ihrem Gegenüber keine Gesprächsbereitschaft da, ändern Sie Ihr Auftreten ohne Ankündigung. Präsentieren Sie z.B. ein Ergebnis, ohne sich wie gewohnt durch Blicke oder Gesten verunsichern zu lassen.
  • Überfordern Sie sich nicht: Gegen einschüchternde Verhaltensweisen aufzustehen erfordert Mut und Kraft. Es ist vollkommen ok, wenn Sie sich zuerst mal einen Punkt heraussuchen und diesen ändern. Wichtig ist, diesen durchzuhalten.

Stil darf nie zu einer Kugel am Bein dessen werden, der ihn ausübt. Lassen Sie sich nie durch Ihren Eigenanpruch erpressen!

Behalten Sie Ihren Status im Auge: Hier erhalten Sie Tipps dafür. 

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