Bier un’n Korn: Gibt es eine Tisch-Etikette für’s Herrengedeck?

Bier. Persönliches Glaubensbekenntnis und neuerdings auch mit einem Hauch von Chic umgeben. Dem Bier ist ein eigener Tag gewidmet. Eigentlich sollte man ja nicht meinen, dass das flüssige Nationalgericht so ein Datum braucht.
Beliebt, fast immer in greifbarer Nähe und neuerdings auch mit der äußeren Anmutung von Schampus versehen haben die unterschiedlichen Biermarken ihren festen Platz im Kopf des Verbrauchers. Jeder trinkt irgendwann mal ein Bier. Einfach jeder.

Bier aus der Flasche?

Für Bier gilt: Trinken tut es jeder tut es  auf seine eigene Art und Weise. Die einen selbstvergessen, genüsslich schlürfend, mit dem obligatorischen „Aaaaaahhhhh“ am Ende. Die anderen – mit dem instinktiven Wissen, dass man da wohl auch eine Menge falsch machen kann – mit leicht abgespreiztem kleinen Finger. Wegen der Vornehmheit.

Und so tut sich auch um das Gebräu der Mönche manche Etikette-Frage auf:
Dürfen Frauen Bier aus der Flasche trinken? Oder darf man generell Bier aus der Flasche trinken?
Oder ist das wenig ladylike? Oder gerade besonders cool, wenn im Club im Pailettenkleid in guter Laune in ….. ? Und wie handhabt man das mit dem Schaum obendrauf?
Oder wie verhält es sich, wenn das klassische Herrengedeck serviert wird?  (Bier un’n Korn.)
Das mit dem Bier aus der Flasche würde ich eher den Herren überlassen – und die sollten sich auch gut überlegen, wo sie das tun. Wohnungsrenovierung, Grillparty mit Kumpels und Szene-Kneipe mal vornweg ausgeschlossen.
Im Paillettenkleid Bier aus der Flasche zu trinken ist schon wieder so cool, dass es wildes Unangepaßtsein transportiert. Und an manchen Stellen dient das nunmal der Imagepflege.
Schaum frisst Lippenstift. Das ist dann auch irgendwie nicht das Wahre.

“Bier un’n Korn”: Das Grundnahrungsmittel der Westfalen

Tja, und dann wäre da noch das flüssige Grundnahrungsmittel der Westfalen: N’Bier un’n Korn. Das Herrengedeck. Es soll ja schon Verhandlungen im Vorfeld entschieden haben…..
Also: Darf man da jetzt auch als Frau zugreifen, oder sollte man sich eher vornehm zurück halten?
Antwort 1: Man muss wissen, was man verträgt. Das gilt übrigens auch für Prosecco.
Antwort 2: Generell gibt es kein gesellschaftliches Verbot mehr, die Zeit, als sogar die Teetassen für Frauen kleiner waren als die für Herren sind vorbei.
Antwort 3: Bisschen hart ist die Kombi schon. Der unbekümmerte Zugriff wird mit Trinkfestigkeit assoziiert. Und deshalb würde ich – bei aller Freiheit – dieses Thema immer noch mit Fingerspitzengefühl handhaben.