3. Den eigenen Jargon bewusst zu gestalten kann nie schaden. #Umgangsform Wording.
Manche Worte bergen in sich schon Sprengstoff, weil sie im Licht aktueller Vorgänge eine ganz andere Bedeutung gewonnen haben. Sie möchten ein Beispiel?
Das Wort „Mitbürger“ hätte vor wenigen Jahren niemanden unangenehm berührt. Ganz im Gegenteil. Es war fester Bestandteil jeder ausgewogenen Neujahrsansprache und schuf eine wohlwollende Atmosphäre der Gemeinsamkeit. Im Kontext aktueller Geschehnisse hat sich das dramatisch geändert: Ein Mitbürger ist eben kein Freund, sondern jemand mit einem gefühlten Distanz-Status. Sozusagen eine light-Version von Freund.

„Muss man oder muss man nicht?“ ist die zweite Frage, die viele umtreibt: Muss sich der Niesende entschuldigen – oder nicht? „Blödsinn, krank sein ist normal. Irgendwann erwischt es jeden“ beharren die einen. „Ein Bazillenmutterschiff gefährdet die ganze Umgebung. Entschuldigen ist angebracht“ kontern die anderen. Kaum eine Frage der Business-Etikette sorgt für derartig gespaltene Lager.

Wie benehme ich mich nun stilvoll?