Der Parfumeur Frédéric Malle

Frédéric Malel zelebriert in jedem seiner Düfte die Kompromisslosigkeit. Der Visionär und Unternehmer Frédéric Malle läutete eine längst überfällige Renaissance ein.

Es gibt Namen, die von jedermann mit Hochachtung ausgesprochen werden. Der Name Frédéric Malle gehört definitiv dazu. Im Bereich der exklusiven Düfte nimmt der Franzose die Rolle eines Verlegers ein.

Seine Philosophie, unter seinem Dach die Stars der Szene zu versammeln, ebnete einer überfälligen Renaissance den Weg: Die Rede ist vom Wiedereinzug der Kompromisslosigkeit in die Welt des exklusiven Duftes. Diesem hat sich Frédéric Malle nun seit 20 Jahren verschrieben.
Sein Stil? Er umreißt das Spannungsfeld zwischen Minimalismus und gekonnter Opulenz…

Stil und Kompromisslosigkeit – das Erbe des Frédéric Malle

Sollte der Name „Malle“ Ihnen irgendwie bekannt vorkommen, sind Sie sicherlich in der Geschichte des internationalen Films bewandert: Frédéric Malle ist verwand mit einer legendären Größe des französischen Films: Es ist Louis Malle, der auch die „Nouvelle Vague“ entscheidend prägte.

Frédéric, der Neffe des Nouvelle Vague-Regisseurs Louis Malle wuchs in der Umgebung stilistischer Treffsicherheit und Wagemuts auf. Seine Mutter leitete die Kreativ-Abteilung bei Parfums Christian Dior. Auch im Bereich des Alltagslebens waren es die großen Entwürfe, die sein „Auge“ für Stil formten.

Ein geflügeltes Wort lehrt uns

„Du bist berufen, das zu ändern, was du nicht ertragen kannst..“

War es die Tatsache, dass der Markt mit Massenware überschwemmt wird? War es die Konformität, die dem Duft dieses ganz eigene Abenteuer der Phantasie raubte? Was auch immer die Triebfeder für Frédéric Malle war, sich hier zu engagieren – er hat sein Ziel mit Bravour erreicht.
Der Verleger der Düfte hat vor 20 Jahren neu erschaffen, was lange als verschollen galt: Es ist das kompromisslos Mondäne, was bei den Kreationen seiner 12 Parfümeure stets neu entdeckt werden will….

Doch bevor ich auf Ihnen mehr zu den Parfumeuren von Frédéric Malle verrate, lassen Sie mich kurz auf die große Herausforderung eingehen, die für jeden Parfumeur existiert.

Der Ritterschlag … für eine Kooperation mit Frédéric Malle nur der Beginn

Der endgültige Erweis für die Klasse eines Parfumeurs liegt in der Kreation eines Klassikers.
Ein Duft, der nicht wie die meisten nach zwei bis drei Saisons wieder verschwindet, sondern sich in die Herzen und Kosmetikrituale der Kunden einprägt, gilt als Durchbruch.

Die Parfumeure des Frédéric Malle

Insgesamt 12 Parfumeure sind es, mit denen Frédéric Malle kooperiert. Drei von Ihnen möchte ich Ihnen hier kurz vorstellen.

Olivia Giacobetti

Die Parfumeurin zählt zu denen, die nicht vorhaben, „die Handbremse zu finden“. Die zielstrebige Unternehmerin eröffnete direkt nach ihrer Ausbildung ihr eigenes Unternehmen: „Iskia“ zählt zu den international renommierten Herstellern für Düfte.

Ihr innovativer Umgang mit der Nuance „Feige“ hat zu ihrem internationalen Renommee deutlich beigetragen. Es sind die großen Namen, für die Olivia Giacobetti kreiert. Hermès, Guerlain oder L’Artisan Parfumeur.

Im Jahr 2003 erschuf sie in Kooperation mit Shiseido ihre eigene Linie, die persönliche und Düfte für den Wohnraum enthält. Der berühmteste Duft der Parfumeurin ist „En passant“, den sie unter der Ägide von Frederic Malle lanciert hat. Ungewöhnlich und aufregend ist ihre Kreation für das Hotel Costes  in Paris, welche mittlerweile aus zwei Düften besteht.

Bruno Jovanovic

Bruno Jovanovic hat seine Ausbildung an der ISIPCA absolviert. Das von Jean-Jacques Guérlain gegründete Institut steht für Ausbildung und Forschung im Bereich der Aromen für Düfte und Lebensmittel.

Für Fréderic Malle schuf Bruno Jovanovic drei Düfte: „Monsieur“, ein erdig-holziger Duft –  getränkt mit Noten aus Weihrauch und Leder – von kritischen Geistern in höchsten Tönen gelobt. „Dans mon lit“ (In meinem Bett) und ein Duft für den Designer Dries van Noten ergänzen die Linie.

Jovanovic ist für das Unternehmen IFF tätig, welches im Jahr 2019 durch die Fusion mit Dupont zu 11 Milliarden Umsatz wuchs. Er ist vor allem bekannt für seine Vorliebe für warme Düfte.

Maurice Roucel

Rechnet man auf diesem Gebiet mit Autodidakten? Maurice Roucel ist jedenfalls einer.
Seine Laufbahn begann mit einer Lehre unter der Leitung des Parfumeurs von Chanel im Jahr 1973. Sein Weg über die großen Namen der internationalen Namen der Szene hat sicherlich zu seiner Klasse beigetragen: Das kritische Portal „Parfumo“ gibt für seine Kreationen einen Bewertungsdurchschnitt von 7,4 von 10 Punkten ab. (Wer die Scharfzüngigkeit der Kommentatoren dort kennt, weiß was das bedeutet….)

Für das Haus des Parfum-Verlegers Frédéric Malle ist er der ideale Parfumeur:
Seine Kreationen zeichnen sich durch eine klare Architektur aus. Als „Konzentration auf das Wesentliche“ wurde seine Signatur beschrieben – und als „von großer Sinnlichkeit geprägt“.

Die Entwicklung eines großen Duftes kann bis zu 1,5 Jahren dauern, ein halbes Jahr läuft sie jedoch mindestens. Die lange Zeit der Entwicklung zahlt sich für einen Virtuosen wie Maurice Roucel aus:
Sein Duft „Musc Ravageur“ wurde bereits im Jahr 2000 lanciert. Eine Bewertung von 8,1 auf einer Scala von 10 weist die Klasse des „kompromisslosen Orientalen“ aus. Für Amouage, Serge Lutens und Bond No. 9 steht sein Name ebenso wie für zahlreiche andere Kreationen großer Namen.

Die Erfüllung eines hohen Anspruchs…

Es sind diese Düfte, die Frédèric Malle vor Augen hatte, als er seine Boutique in Paris eröffnete.
Damals, am 6. Juno 2000, dem Jahrestag der Landung in der Normandie. Alles, was Frédéric Malle tut, atmet dieses französische Spiel der Andeutung.
Alles, was Frédéric Malle erschafft, ist einem kompromisslosen Anspruch an Ästhetik und Stil unterworfen. Diese Symbiose aus Unternehmertum und Kunst wurde vom berühmten Verlag Rizzoli mit einem Bildband über Frédéric Malle gewürdigt. Es erschien dieses Jahr, zum 20. Jahr des Unternehmens Éditions Frédéric Malle.

Kontakt:
Patrizia Becker
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