Dresscode Büro: So wird Ihr Erfolg leichter

Was Empathie nicht ist, wird manchmal erst am Ergebnis klar. Was Empathie nicht ist - und was ins Chaos führen kann.

„Dresscode Büro“ – lautet die „Sprechblase“, die den allmorgendlichen Such-Algorythmus vor dem Schrank einleitet: „Was kann ich anziehen? Wie viel „Ich“ – und wie viel Bequemlichkeit ist ok? Was ist im Kundenkontakt noch angemessen, was ist zu salopp und was zu überkandidelt?

Die Mutter aller Fragen: Wo ist die Krawatte noch ein „Must“  für den  „Dresscode Büro“?

„Kultur-Strick“, Symbol einer „patriarchalen Kultur“ – so lauten nur zwei der wenig schmeichelhaften Beschreibungen für die Krawatte. Lange Zeit galt es als Ausweis des distinguierten Gentleman, eine geschmackvolle Krawatte korrekt und in mehreren Knoten binden zu können.
Nur eine stilistische Unterschicht trug den Fertig-Binder mit Gummi zum Einhaken. Und nur Gentleman mit einem Touch Existenzialismus verzichteten auf den meist seidenen Erweis der Zugehörigkeit. Nun fällt das Autoritäts-Signal pikanterweise dort, wo es einst als Hochamt galt:
In den oberen Konzern-Etagen von Handel und Industrie.

Dresscode Büro bedeutet „auf Dialog getrimmt“

Beinhaltete der Dresscode Büro früher lediglich Zeichen der hierarchischen Zugehörigkeit, so übernimmt er heute zusätzlich die Funktion, Dialogbereitschaft zu kommunizieren.
Vorbei sind die Zeiten, in denen ein Vorgesetzter seiner Sekretärin sagen konnte „Fräulein Müller, ich komme morgen in Marine.“ Früher, da wusste Fräulein Müller, dass auch für sie an diesem Tag ein einziger Dresscode im Büro galt – nämlich „Marine“, genau wie die Kleidung des Chefs.
Damals war das nicht anrüchig, schließlich gab der Mann traditionellerweise die Farbe der Gesellschaftskleidung vor. Ging der Mann in Blau, ging die Frau auch in Blau. Oder eben – wie bei einer Fußballmannschaft – orientierten sich seine engsten und treuesten Mitarbeiter an seinen stilistischen Vorgaben. Dies demonstrierte Zugehörigkeit und Einheit, galt vielerorts als selbstverständliche Kleider-Ordnung. Der Dresscode Büro verlief wie ein textiler Äquator entlang der gesellschaftlichen Zugehörigkeit.

Dresscode Büro: Ein Masterplan in 10 Fakten

„Passend“, das bedeutet für viele Menschen passend zu ihrer Persönlichkeit und Philosophie.
Passend macht sich beim Dresscode Büro fest an diesen Faktoren:

  • Farbe
  • Schnitt
  • Material
  • Muster
  • Wertigkeit/Qualität
  • Marke (Brand)
  • Herkunft
  • Praktischer Aspekt
  • Bezug zum Umfeld
  • Statement-Charakter

Wer die Faktoren des Dresscode Business richtig einschätzen und kombinieren kann gewinnt.
Wer die falsche Wahl trifft, verliert.
Vielleicht denken Sie jetzt „Du meine Güte, wer kann sich denn morgens 10 Punkte merken! Unmöglich!“ Ich bin mir sicher, dass Sie rein instinktiv schon den größten Teil praktizieren. Wenn Sie mögen, checken Sie einfach kurz ab:

Etwas ausführlicher: „Dresscode Büro“

  • Die Farbe: Neon ist für Rockstars, Fashion Victims und Lehrlinge ok. Führungskräfte sollten in ihrem beruflichen Umfeld ganz von Kleidung in den Farben der Reinigungs-Mittel absehen.
    Understatement, wie in den oberen Etagen der Führungsebenen üblich –  bringt eine Palette gedeckter Farben mit sich: Anthrazit und Marine geben den Ton ebenso an wie die Klassiker Beige und Grau-Varianten. Schwarz steht für sportiven chic ebenso wie für die Beerdigung und Anarchie. (Beim Dresscode Büro ist das eine Sache der Zielgruppe.) Braun gilt als Nogo, bestenfalls als geduldet, da eher dem Freizeit-Bereich oder vorbehalten. Auch sollten die Farben Ihre Persönlichkeit unterstreichen und untereinander harmonieren. Zum Understatement gehören keine leuchtenden Farben, zumindest nicht im Büro.
  • Der Schnitt: Der Schnitt legt die Charakteristik des Kleidungs-Stückes fest.
    Ihr Kostüm, Ihr Anzug entfaltet saloppe Lässigkeit oder strenge Eleganz – je nachdem, ob der Schnitt weiter und fließend oder anliegend und gerade ist. Sie wirken damit eher „stringent und zackig“ oder aber lockerer.
    Klassisch oder trendy? Hier positionieren Sie sich als Persönlichkeit lange, bevor das erste Wort gesprochen ist.
  • Das Material: Eingebürgert haben sich Materialien wie Schur- und Baumwolle sowie Seide und Leder für Accessoires. Veredelte High-Tech-Materialien sind Trend und Mode: Zusammen mit Sweatshirt-Stoffen bilden sie die Sport- und IT-Fraktion der Business-Welt ab.
  • Muster: Eine wilde Musterschlacht im Business-Bereich?
    Das wäre nur schwer vorstellbar. Mustern sagt man nach, dass sie ablenken. Entsprechend zurückhaltend wird ihr Einsatz gehandhabt: Der hellhäutige Mittel-Europäer ist mit zwei Mustern dem Brauch entsprechend ausgestattet. Eher regelmäßig fallen diese aus. Und abstrakt. Oder floral, denkt man an die Krawatte. Figürliche Darstellungen sind heikel in der Umsetzung – oder schlichtweg verpönt.
  • Qualität: Hochwertigkeit kann Farbe ersetzen. Hochwertigkeit ist ein Erfolgs-Signal. Sehen Sie sich einfach mal einen erstklassigen und einen billigen Stoff der gleichen Farbe nebeneinander an – am besten Grau. Optik und Haptik sprechen für sich…
  • Marke: „Marken geben Orientierung“. In manchen Bereichen sind sie wichtig, da sie als Status-Symbol gelten – in anderen verpönt. Der souveräne Umgang mit Marken zeichnet die Persönlichkeit von Format aus. Berühmtes Beispiel gefällig? Die Fürstin von Monaco band einst ein Seidentuch um eine bis dato für den Modebereich eher unbedeutende Reitertasche – und schuf so einen „Paar-Tausend-Euro“-Klassiker. Uhren funktionieren als Koordinaten im System hervorragend.
  • Herkunft: Der zunehmend erstarkende Nachweis von persönlicher Seriosität ist die Herkunft der Kleidung: Wenn Ihr Jackett klasse aussieht, allerdings in Bangladesch gefertigt ist bringen Sie damit rüber, dass Ihnen egal ist, in welchen Umständen Menschen für Ihr Textil schuften müssen.
  • Praktischer Aspekt: „Sitz-Schuhe“ können in der Mode-Welt ganz toll sein. Stöckeln sie allerdings mit den Dingern in einem Zulieferbetrieb des Automotive-Bereichs etwas ungelenk durch die Halle wird man Witze über Sie machen. Ja, leider auch von männlicher Seite aus…
  • Bezug zum Umfeld: Ihr Chef hat die Einstellung „Mehr als 100 Euro darf ein Kleidungs-Stück nicht kosten“? Seine Sache. Das heißt: Fast. An Ihrer Stelle würde ich die Gucci-Klamotte woanders ausführen – und auch die gefakte Rolex zuhause lassen. Auch, wenn er um Ihren „goldenen Kragen“ kämpfen muss ist hier eine ungute Situation vorprogrammiert…
  • Statement-Charakter: Rot steht Ihnen hervorragend und Sie platzen vor Lebenslust.
    Außerdem verfügen Sie über einen exquisiten Geschmack und sind – nunja – das, was man auch „Sahneschnitte“ nennt. Nichts, was Sie so an Ihrem „Astral-Körper“ spazieren tragen ist zu eng oder durchbricht an irgendeiner Stelle den Dresscode im Büro. Dennoch weist alles zusammen darauf hin, dass sie der eigentliche Hauptgewinn im Geschehen sind… Wozu waren Sie nochmal hier? Genau.

„Dresscode Büro“ – diese Worte bilden das Spannungsfeld ab zwischen all dem, was Sie sein und haben können und was Ihrem gemeinsamen Ziel dort dient.

Die Auskunftei des Dresscode im Büro: Der Pflegezustand Ihrer Kleidung

Der Pullover hat Pillings, das Hemd ist an der Manschette abgenutzt und Ihr Gürtel hat auch schon mal bessere Zeiten gesehen? Dann sollten Sie die drei Eigenschaften kennen, die mit diesem Negativ-Befund einhergehen: Geizig, verschroben und desinteressiert.

Extra für Nerds: Der „Dresscode Büro“ für’s Hinterzimmer

„Frau Becker, ein IT-ler baut keine Garderobe auf.“ Dieser Satz hat sich mir in die Hirnrinde gebrannt, das hab ich jetzt gelernt. Aber muss er unbedingt zottelig wirken, mitunter fast wie ein verwahrlostes Kind? Ich bin nicht unbedingt marken-affin. Aber irgendwie sollte die Kleidung schon wirken, als sei sie für diese Persönlichkeit gekauft. (Ok. Etwas deutlicher: Eine Hose ist dazu da, um gewisse Dinge zu bedecken. Damit meine ich jetzt nicht in erster Linie die Beine.)
Dass es auch anders geht sehe ich bei unserem Dienstleister: Die Herren kleiden sich ganz nach ihrem persönlichen Geschmack. Zwischen korrekt geknöpftem Hemd in der Hose mit Gürtel und lockerem T-Shirt ist alles möglich. Aber sie wirken alle, als hätten sie sich heute schon gekämmt. Überhaupt ist in dem ganzen Unternehmen ein ästhetischer Grund-Schnitt vorhanden. Schon das erweckt mein Vertrauen als Kunde. Ich gehe da gerne hin, auch, wenn ich nicht verstehe, was „die da machen“. 😉 Aber das ist eine der Erfolgs-Wirkungen des „Dresscode Büro“: Das Vertrauen und die Sympathie des Kunden.

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