Dresscode. Persönlichkeit. Ohne Nostalgie.

Dresscode ist wichtig. Dresscode, das bedeutet einen Abgleich von Persönlichkeit und Situation.

Dresscode war früher einfacher – „Frollein Maier, ich komme morgen in Marine.“

Dresscode früher: Der Chef bestimmt…

Fräulein Maier, ihres Zeichens Chefsekretärin, wusste sofort, was ihr Chef damit meinte: Dies war keine Information – es war ein Befehl. Und ein ordentlicher Befehl zeichnete sich schon immer dadurch aus, dass die Deutungshoheit  über das Verständnis beim Ranghöheren lag. So auch hier für Fräulein Maier: Pünktlich um 7 würde auch sie in Marine erscheinen. Wie ihr Chef.
Beide in Marine – das dokumentiert Einheit und Zugehörigkeit. Oder salopp formuliert: Kein Dresscode sondern ein klarer Fall von textiler Reviermarkierung. Eindrucksmanagement auf der Überholspur.
Die Einheit im Ausdruck der Persönlichkeit entstand hier durch das, was man im militärischen Bereich „Befehlskette“ nennt. Das Kommando läuft von oben nach unten und regelt alles. Sofort.

Dresscode entlang der sozialen Rangordnung: Verschwinden hinter dem Plural

Für Ehepaare des gebildeten Standes war es normal, sich in diesem farblichen Gleichklang zu präsentieren. Als Ausdruck harmonischen Miteinanders. Für ein Büro-Team war es das eher nicht – dennoch hat die damalige Sekretärin diesem Wunsch ohne Diskussionen entsprochen. Warum eigentlich? Stellen wir uns einfach mal vor, wie das heute aussehen würde.

Selbstbestimmtheit contra Dresscode:
Freiheit für die starke Persönlichkeit?

Die heutige Frau Maier soll gemäß dem Wunsch ihres Chefs also morgen  Marine tragen und hat dazu absolut keine Lust. Weil sie wissen will, ob das normal ist, befragt sie abends ihre Facebook-Community zum Thema Dresscode:

Der fünfte Bildungsweg: Eindrucksmanagement per digitalem Publikums-Joker
„Hey, Leute, dresscode ist ja gut und schön, aber stellt Euch mal vor, was der Chef von mir will: Ich soll morgen in Marine kommen, weil der auch in Marine kommt. Findet ihr das normal? Ich mein – ey –  hat irgendeiner von Euch schon mal sowas komisches gehört?“

Die Antworten lassen nicht lange auf sich warten, bald ist die Timeline voll. Zwischen lachenden Hunden , erheiternden Anekdoten und zweideutigen Scherzen fragt einer zaghaft, ob sich denn heute überhaupt noch von einer Frau ein bestimmtes Aussehen wünschen dürfe. Er sollte es bald bereuen.

Nach zwei Stunden digitaler Volksabstimmung ist ihr Entschluss gefasst:
„Dresscode ist auch immer, was ich für passend halte. Rot ist morgen die Farbe der Stunde.“ Erstens fühlt sie sich nach drei Monaten Zumba fitter als jemals zuvor und zweitens hat sie nicht einen Monat Diät gehalten um jetzt in einer Banker-Uniform neben ihrem Chef unterzugehen. Der rote Bleistiftrock mit den High-Heels, der wird’s. Jep! „Wichtig ist, dass ich mich bei all dem wohlfühle, ich selbst bin“ erinnert sie sich an ihren festen Vorsatz:
“Dresscode kann auch sehr schnell totale Fremdbestimmung sein. Ich bin Persönlichkeit genug, das durchzuziehen.“

Der Mensch als funktionale Einheit:
Der rigide Dresscode der 40-er und 50-er Jahre

Das preußisch-wilhelminisch anmutende Protokoll der 40-er und 50-er Jahre mit seinem rigiden Dresscode schneidet heute schlecht ab. Wir „ticken“ einfach anders: Der Ausdruck unserer eigenen Individualität garantiert uns, dass wir als Persönlichkeit wahrgenommen werden: Ein markantes Attribut der Persönlichkeit! Gerade für Führungskräfte und Selbständige gilt: Nur der Loser geht im Plural unter. Eindrucksmanagement bedeutet, Regie zu führen. Unsere heutige Freiheit bringt uns diesen deutlichen Vorteil. Und der Nachteil? Den bringt uns vielleicht Nietzsche etwas näher: „Viele Menschen warten ihr Leben lang auf die Gelegenheit, auf ihre Art gut zu sein.“

Dresscode: Eine wichtiges Tool zur Selbstvermarktung

Frei übersetzt: Individualität wird leicht zur Falle, wenn sie zum visionslosen Selbstzweck verkommt, als Teil einer durchdachten Strategie (Dazu gehört u.a. der dresscode) wird sie zum genialen Instrument. Die Frage “Repräsentiere ich heute das Unternehmen nach außen oder meine Kompetenz und Persönlichkeit innerhalb?” gibt Ihnen Anregungen für Wahl Ihrer passenden Kleidung.

Dresscode und Eindrucksmanagement: Ein bedeutender Faktor der Karriere-Strategie

Wem der Begriff „Eindrucksmanagement“ hier zu geschwollen klingt kann auch gerne zum „Passt schon“ greifen. „Passt schon“ schließt zwei Dinge aus:
1. Auffallen-wollen-um-jeden-Preis und
2. die „XXL-Bequem-Klamotte“, deren vornehmster Vertreter die Jogginghose ist. Sie wissen schon, DAS Symbol für die verlorene Selbstkontrolle.

„Passt schon“ schließt immer zwei Dinge ein:
1. Angemessene Qualität („Ziehe Dich nie besser an als Dein Chef“) und
2. Kongruenz (passt zu mir und zu meiner Rolle).

Aus meiner jahrelangen Erfahrung als Beraterin weiß ich, dass Kleidung dann passend ist, wenn man darin seinem Intimfeind begegnen könnte – und sich sicher fühlt. Anders ausgedrückt: Wenn ich mich verkleidet fühle, ja selbst bei meinen Freunden unsicher werde stimmt etwas noch nicht, dann habe ich noch nicht den richtigen Stil entdeckt.

Sabotiert jede Souveränität: Im Spiegel sieht mich jemand anderes an…
Das Gefühl, „verkleidet“ zu sein sabotiert jede Souveränität. Der schottische Philosoph Adam Smith formulierte es so: „Ein weiser Mensch wird auch in der Konversation keinen Charakter erheucheln, der ihm unnatürlich ist; wenn er ernst ist, wird er nicht vorgeben, fröhlich zu sein, und wenn er fröhlich ist, wird er nicht vorgeben, ernst zu sein.“ (Adam Smith 1723 – 1790)
Dies gilt auch für Kleidung!

Expertentipp:  Jeden Tag bekleiden Sie nicht nur Ihre äußere, sondern auch Ihre innere Person.
Achten Sie doch einmal darauf, dass Sie Ihr “bestes Ich” einkleiden, Ihr Selbstideal. Das ist weder Esoterik noch Alchimie, sondern ruft eine Wechselwirkung auf den Plan.
Sie werden sehr schnell merken, dass Ihre Souveränität zunimmt. 

Zurück zu unserer Frau Maier: Sie liebt Rot als Zeichen ihres neuen Selbstbewusstseins, fühlt, wie diese Farbe ihren inneren „Drive“ ausdrückt.  Diese Farbe bringt ihr noch etwas anderes: „Non-stop“-Aufmerksamkeit, ein Abo auf die Hauptrolle. Ist diese Wahl mit den Tages-Terminen vereinbar? Auch gerade mit den High Heels? Oder wäre der rote Bleistift-Rock vielleicht an diesem Tag zu sexy? Wenn z.B. eine Gruppe Führungskräfte zur Werks-Besichtigung erwartet wird ist nicht zu enge Kleidung mit niedrigeren Absätzen eher empfehlenswert.

Experten-Tipp: “Pinch an inch” lautet der Schnelltest für zu enge Kleidung: Wenn ich meinen Rock zwischen Daumen und Zeigefinger noch gut greifen kann stimmt die Weite. Ansonsten: Zu eng für’s seriöse Business.

Zu sexy zum falschen Zeitpunkt, das hat à-la-longue noch nie wirklich gut funktioniert, immer eher die Treppenwitze befeuert.
Gibt es zu diesem Dresscode eine Alternative?
Muss es unbedingt immer der “brave Bürochic” sein?

Beherrschen Sie den Dresscode – mit der ganzen Bandbreite Ihrer Möglichkeiten!

Definitiv! Wählen Sie ein Kostüm oder einen Hosenanzug mit einem erstklassigen, eleganten Schnitt. Professionelle Eleganz wirkt immer. Sie verleiht Interessantheit, eigenes Charisma – auch auf den zweiten und dritten Blick!
Professionelle Eleganz, das bedeutet Kleidung mit einer erstklassigen Qualität. Und Kleidung, die gut kombinierbar ist: Zur Bluse mit dem Schalkragen und  zum eng-anliegenden Custo-T-Shirt. Zu Pumps und zu Stiefeletten. Mal klassisch, mal in Kombination mit den neuesten Trends der modischen Hotspots. Unbestritten souverän. Marine? Das ist Ihrer Einschätzung überlassen.
Im Konzern und gehobenen Mittelstand ist es eine “sichere Bank”. Hier gelten andere Regeln als z.B. bei einem spezialisierten Zuliefererbetrieb im Automotive-Umfeld. Und auch auf die Branche kommt es an: Wer die Bandbreite seiner Möglichkeiten kennt, beherrscht den Dresscode. Vielleicht können Sie sich ja hier einige Anregungen holen… 
Oh – und noch etwas: Bitte sagen Sie nie: “Das ist aber aus der neuen Kollektion von Beyonce.“

Fazit: Der Dresscode liefert Ihnen eine Vorlage zu Ihrer Selbstvermarktung. Er hilft Ihnen, Karriere zu machen. Interpretieren Sie ihn, fühlen Sie sich frei, Ihren eigenen Stil zu leben.
Sie sollen sich mit sich selbst wohl fühlen wenn Sie Ihren eigenen Weg gehen  – jeden Tag.

Sehr gerne bin ich auch persönlich für Sie da:
Fon: 0711/ 54 09 64 97
Mobil: 0175/ 22 45 146
Mail: info@erfolgmitstil.de

(c) Patrizia Becker Alle Rechte vorbehalten.

Bild: istock, (c) Minverva Studio

Related Post