Duft. Alchemie für alle?

Ein Elixier zwischen Anbetung und Augenhöhe
Ein guter Duft kann belebende Wirkung haben. Der Duft unterliegt verschiedenen zeitgeistlichen Philosophien.

Duft – zu allen Zeiten hatte diese luxuriöse Essenz etwas Geheimnisvolles.

Doch – halt, etwas hat sich schon geändert. Wer heute eine Parfümerie betritt, sollte schon sehr genau wissen, was er will – oder was er nicht will.

Wie Sand am Meer reihen sich Düfte aller Arten und Größen in endlosen Regalreihen aneinander. Dabei sind es berühmte Namen, die uns zu dem führen sollen, was die Seele eines erlesenen Duft-Erlebnisses ausmacht: Die olfaktorische Umschreibung einer Persönlichkeit, einer Lebens-Philosophie oder eines einzigartigen Momentes.

Die Historie des Duftes lässt wenig von dem erahnen, was jeden durchschnittlichen Konsumtempel heute ausmacht: Einen bombastischen Overload an Marken, Formen, Farben und Essenzen.

Der Duft in der Antike: Ein olfaktorischer Ritterschlag für den Gottgleichen

In seinen ersten Anklängen stand der Duft nur höchsten Würdenträgern zur Verfügung. Diese bestanden generell aus zwei beruflichen (nun ja…) Sparten: Das eine war der Hohepriester einer Gesellschaft, das andere war der Staatenlenker. Beide vereinte nicht nur ihre Eigenschaft der gesellschaftlichen Vormachtstellung – gemäß des damaligen Verständnisses rangierten sie auch als Repräsentanten des höheren, göttlichen Willens auf der Erde. Duft wurde, ebenso wie Make-Up, eingesetzt, um diese Persönlichkeiten in den Augen dieser Macht angenehm zu machen. Besonders die Bilder der ägyptischen Antike belegen dies in zahlreichen Darstellungen. Besonders bekannt sind Tutanchamun oder Cleopatra.
Diese Form des Make-Up geschah natürlich auch auf der Basis eines ausgeprägten Verständnisses für Pflege und Luxus: Immerhin wird Cleopatra nachgesagt, dass sie eine Sklavin eigens zur Pflege ihrer Hände hatte…

Die Bade- und Duftkultur während des Römischen Reiches

Die berühmte Kultur des Römischen Bades brachte auch einen selbstverständlichen Umgang mit dem Duft mit sich. Die sonnenverwöhnten Landschaften Italiens regten mit ihren herausragenden Ingredienzien geradezu an, sich diesem Ritual zu widmen. Direkt vor der Haustür fand sich hier, was später zu einem Imperium beitragen sollte: Zitrische und florale Öle von erstklassiger Qualität.

Diese Form der Körperpflege stand denen zur Verfügung, die sich durch ihre Zugehörigkeit zum gesellschaftlichen Leitmilieu dafür auszeichneten. Sie war unermesslich teuer.

So war es die römische Oberschicht, die durch ihre Badekultur mit dazu beitrug, dass wir den Duft heute selbstverständlich genießen. Als Parfum, Badezusatz – oder auch in Form von herausragenden Duftkerzen.

Das Mittelalter: Wider den Odeur der Todgeweihten…

Im Mittelalter, zu Zeiten der Pest, offenbarte sich dann die soziale Zugehörigkeit über einen ganz anderen Faktor: Plötzlich war es der Geruch, der von einer Person ausging, der über Verbleib entschied. Gesunde und somit gesellschaftsfähige Menschen zeichneten sich durch die Abwesenheit eines wohl grauenvollen Geruchs aus. Es war nicht nur von Vorteil, gut zu riechen: Es enthob einen der Gefahr der wirtschaftlichen und gesellschaftlichen Isolation.

Wer konnte, versah sich mit Wohlgeruch. Dies war der erste Einzug des Duftes mitsamt seiner anhängigen Duft-Kultur als breite Bewegung.

Glück ist wie ein Parfum, das du nciht auf andere sprühen kannst, ohne selbst ein paar Tropfen abzubekommen.

Ralph Waldo Emerson

Heute stehen uns Duft-Produkte in allen Preislagen und Variationen zur Verfügung.
Außer den klassischen Produkten zum Tupfen und Sprühen existieren Duftkerzen, Dusch- und Badezusätze, Bodylotions oder auch Duft für das Haar.

Der Duft en passant: Die Halbwertzeit des Sinnenrausches

Anhand seiner Konzentration erhält der Duft jeweils eine Kategorisierung: Maßgeblich ist hier der Anteil des Parfumöls. Und so lauten die Namen der Essenzen:

Parfum: Mit einem Anteil von mindestens 25% Parfumöl stellt diese Kategorie die wertvollste und teuerste Produktkategorie beim Duft dar.
Eau de Parfum: (Abkürzung: EdP) Das Eau de Parfum enthält immerhin noch einen Anteil von 15 – 18% des kostbaren Öles und beim
Eau de Toilette (EdT in Kurzform) können Sie von einem Anteil von 10% Parfumöl im Duft ausgehen.
Eau de Cologne (EdC) bringt mit unter 10% des Duft-Öls die geringste Konzentration ein.

Es ist diese Konzentration, die über die Haltbarkeit von jedem Duft entscheidet – ungeachtet seiner Ingredienzien. Zur Haltbarkeit gehören auch die drei Phasen, in die jeder Duft untergliedert wird.

Der Duft – eine Aufführung in drei Akten

Jeder Duft entfaltet sich über drei Phasen hinweg.
Diese Phasen lauten Kopfnote, Herznote und Basisnote.

Die erste Note, die sogenannte Kopfnote, eröffnet über einen Zeitraum von ca. 15 Minuten hinweg das Duft-Erlebnis. Die olfaktorischen Noten, die hier zum Einsatz kommen, sind in der Regel grüne Noten, zitrische Noten sowie fruchtige Nuancen. Auch aquatische Nuancen wie zum Beispiel Wasserlilie lassen einen Duft zu einem ungewöhnlichen, erfrischenden Erlebnis werden.

Anschließend folgt die Herznote mit ungefähr 20 -30 Minuten „Verweildauer“.
Diese Phase vertrauen die Parfumeure, die übrigens in der Fachwelt den Status eines Superstars haben, gerne floralen oder blumigen Noten an. Auch Samen und Gewürze finden hier Verwendung.

Die Basisnote ist die Phase, welche die größte Haltbarkeit aufweist.
Sie kann je nach Qualität, über die der Duft verfügt, bis zu mehreren Stunden andauern. Die Basisnote enthält häufig eine Anzahl an hölzernen und animalischen Noten. Worte wie Sandelholz, Ambroxan, Moschus und Oud erzählen eine Geschichte betörender und kostbarer Dufterlebnisse….

Fach-Chinesich

Wie in jeder Welt, so existieren auch in der Welt des Duftes Begriffe, die erklärungsbedürftig sind.
Auf zwei möchte ich hier kurz eingehen:

  • Sillage
    Dieses Wort umreißt die „Spannweite“ eines Duftes.
    Verfügt ein Duft über eine deutliche Sillage, ist er von weitem wahrnehmbar.
    Je nach Kulturkreis ist dies durchaus ein gewünschter Effekt. So galt und gilt es in Frankreich zum Beispiel als durchaus gewolltes Ritual, dass ein Duft die Ankunft einer schönen Frau verkündet.
  • Dry-Down
    Irgendwann ist Schluss. Auch beim Duft. Und weil letztgenannter bis zu seinem endgültigen Verschwinden natürlich als Größe messbar sein sollte, versieht man ihn mit einem Namen.
    Dry-Down – der Show-Down des Duftes.

Inhaltsstoffe im Wandel der Zeit

Nach wie vor sind natürliche Inhaltsstoffe beim Duft die Krönung der hohen Parfumeurs-Kunst.
Neben diesen haben auch eine Reihe von synthetischen Ingredienzien Einlass in die Welt der gehobenen Duft-Kultur gefunden. Einige animalische Noten unterliegen in ihrer natürlichen Variante ethischen Bedenken. So wurde zum Beispiel Ambra, das Sekret des Wales, durch Ambroxan ersetzt.
Moschus, Zibet und Castoreum entstammen mittlerweile der synthetischen Gewinnung.

Komplimente sind wie Parfum. Sie dürfen duften, aber nie aufdringlich werden.

Oscar Wilde

Synthetische Noten zeichnen sich dadurch aus, dass sie auf jeder Haut und während der gesamten Zeit des Dry-Down gleich riechen. Natürliche Duft-Noten hingegen entfalten sich auf jeder Haut – bei jeder Persönlichkeit – anders.

Trends

Selbstverständlich existieren in der Welt des Duftes Trends, genau wie in jeder anderen Branche. So galt bis in die 70-er Jahre hinein die Regel „Damen mit hellen Haaren nehmen florale oder blumige Düfte, dunkelhaarige Damen können zu animalischen Duft-Noten wie Moschus greifen.“
Davon ist heute keine Rede mehr.

Die einzige Regel, die diesbezüglich in unseren Breitengeraden zu beachten ist, entsteht durch die Uhrzeit: Es gilt als unangemessen, bereits vormittags mit einer schweren Moschus-Wolke durchs Büro zu flanieren.

Grüne, frische Duft-Nuancen oder leicht florale Anklänge hingegen sind durchaus willkommen – sofern sie keine dramatische Sillage mit sich bringen.

Ein weiterer Trend besteht im „Layering“.
Hiermit ist das Übereinander – Legen mehrerer Duftnoten auf der Haut gemeint.
Dieser Trend erfreut sich bei manchen großer Beliebtheit – anderen gilt er als Beleidigung des Parfumeurs. (So ungefähr, als bestellt man in einem Sterne-Restaurant Pfeffer und Salz, um die Leistung des Koches zu verbessern…)

Vielleicht ist das Layering aber auch nur ein genialer Trick für Cross- und Upselling… Wer weiß?

Was bleibt…. Lucien Lelong  

Sollte Ihnen der Name Lucien Lelong nichts sagen, so ist das nicht erstaunlich. Der französische Couturier feierte seine größten Erfolge in der Zwischenkriegs-Ära.
Sicherlich werden die Namen seiner Mitarbeiter Ihnen mehr sagen: Da finden sich nämlich ein gewisser Christian Dior und Pierre Balmain.

Doch nicht nur seine textilen Kreationen ließen den großen Meister unsterblich werden: Es ist auch das olfaktorische Erbe, welches er seiner Nachwelt hinterlässt.

Lucien Lelong schuf den Duft „Indiscret“. Indiscret  baut ein faszinierendes Spannungsfeld auf.
Die Komposition weißer Blüten mit holzigen Noten umschreibt auch den Zeitgeist der Zwischenkriegs-Ära: Es war die Zeit, in der Frauen anfingen, kurze Haare zu tragen und Zigarre zu rauchen. Es war die große Zeit der Amelia Earhart – der Frau, die als erste Frau im Alleinflug den Atlantik überquerte.

Bis heute existieren die Düfte des Lucien Lelong. Auch wurden in dieser Linie neue Duft-Kreationen lanciert. Ich finde es erstaunlich zu sehen, welch enorme gestalterische Kraft in einer Begabung und Geisteshaltung liegen kann – und auch, wie ein Duft die Zukunftsfähigkeit dieser mentalen Kraft widerspiegeln kann.

So kaufen Sie Ihren Duft am besten

Bewaffnen Sie sich mit Zeit: Ihr Einkaufserlebnis soll Ihnen ja Spaß machen!
Vielleicht suchen Sie eine dieser Parfumerien auf, deren Produkte nicht in jedem Discounter zu finden sind.

Probieren Sie höchstens fünf Düfte: Mehr zu verarbeiten ist so gut wie nicht möglich.
Haben Sie den Duft gefunden, der Ihnen jetzt am ehesten zusagt, lassen Sie ihn sich auf die Haut sprühen. (Am Anfang der Beratung werden hier Papierstreifen verwendet.)

Sie haben bei einer gut sortierten Parfümerie zwei Möglichkeiten: Entweder, Sie lassen sich zunächst eine kleine Probe abfüllen – dies ist gegen eine vergleichsweise geringe Bezahlung stets machbar.
Dies hat den Vorteil, dass Sie den Verlauf des Duftes jetzt erst einmal in Ruhe genießen und beobachten können. Entspricht die Basisnote Ihren Vorstellungen? Fühlen Sie sich damit so richtig wohl? Dann lohnt es sich, in den Duft so richtig zu investieren.

Oder Sie entscheiden sich direkt, den Flakon zu kaufen.
Das kann gut gehen, das kann aber auch schief gehen: Häufig ist davon zu lesen, dass ein Kunde einen Duft gekauft hat, der erst „ganz toll“ war – und sich dann in eine ganz andere Richtung entwickelt hat.

Ich sage es einmal ganz offen: Da habe ich dann auch leise Zweifel an der Beratung in der Parfumerie.
Denn zu der großen Kunst, die mit dem Duft immer einher geht, gehört nicht nur die Kreation eines Duftes, sondern immer auch die Kunst der Menschen-Kenntnis.
Ein versierter Berater verfügt über die Fähigkeit, einen Kunden (eine Kundin natürlich auch) zumindest von den Grundzügen her einzuschätzen. Der Rat „Mit diesem Duft werden Sie nach einer Stunde unglücklich“ sollte ab und zu fallen, wenn die Beratung seriös ist. Vielleicht drückt man es im Laden anders aus – aber man lässt den Kunden nicht in eine Situation der Unzufriedenheit geraten.

Mein Tipp für Sie: Suchen Sie sich Ihre Einkaufsquelle sehr gut aus, denn sie kann über den Erfolg Ihrer nächsten Begegnungen entscheiden!

Kontakt: 
Patrizia Becker 
Fon: 0711/ 54 09 64 97 
Mobil: 0175/ 22 45 146 
Mail: Info@erfolgmitstil.de

Sie möchten Ihren Auftritt oder den Ihres Teams optimieren? 
Sichern Sie sich mein Wissen und meine Erfahrung. Mit Insider-Wissen aus der Entscheider-Etage setze ich bei Ihren bisherigen Erfolgen an. Ich sage Ihnen, was man nur hinter verschlossenen Türen redet – für oder gegen Sie! 
Sichern Sie sich den konsequenten Ausbau Ihres Wettbewerbs-Vorsprunges, indem Sie Ihre Überzeugungskraft elegant zur Wirkung bringen. 

Kommt es heutzutage zum Präsenz-Termin, erwartet Ihr Gesprächspartner mehr als seriöse und belastbare Informationen. Er möchte inspiriert und beeindruckt werden. Dies gelingt nur mit einer präzisen Kenntnis des Verhaltens-Kodex der Geschäftswelt. Hier sind es oft kleine Details, die zur Begegnungs-Qualität beitragen – entscheidende Details…

Ein umfangreiches Erfahrungs-Wissen und Ausbildung im Bereich des Knigge sowie eine seriöse Coaching- und Trainingsausbildung sichern Ihnen eine hohe Qualität der Leistungen.

Gerne können Sie mein Training auch vollkommen unkompliziert über Skype oder telefonisch erhalten. Terminieren Sie so, wie es zu Ihrem Zeitplan passt: Auch abends, frühmorgens oder am Wochenende stehe ich Ihnen gerne mit meiner Beratung und dem Coaching zur Verfügung.

Ich freue mich auf das Gespräch mit Ihnen!

Das sagen Teilnehmer und Kunden über mein Training:

Claudia Niess, Kaufmännische Leitung und Personal,
STUDIOKURBOS GMBH, Stuttgart

Inhouse-Workshop Business-Knigge für Mitarbeiter und Führungskräfte

Frau Becker beleuchtete das Thema Business-Knigge aus einer ganz anderen und außergewöhnlichen Perspektive fernab von der Standardliteratur. Die Mitarbeiter wurden über das WARUM sehr anschaulich in das Thema eingeführt. Es war ein intensives und aktives Arbeiten in einer angenehmen Atmosphäre. Es gab viele anschauliche Beispiele und praktische Übungen, ohne dass eine Atmosphäre der Prüfung aufkam. Der Workshop, ein schönes Geschenk an die Mitarbeiter und Beitrag des Arbeitgebers zu Ihrer persönlichen Entwicklung – und letztendlich zum Unternehmenserfolg.

Ulrich Welzel, Inhaber Brain!Active® UnternehmerBeratung

“Liebe Frau Becker, das heutige Training hat mir sehr gut gefallen.
Besonders gefallen hat mir, wie Sie die Teilnehmer aktiviert und mitgenommen haben. Der Mix beziehungsweise die Aufteilung aus Präsenztraining und Gruppenarbeit war hervorragend.
Es ist Ihnen gelungen, jeden Teilnehmer mitzunehmen, was im Training spürbar war.
Gerne empfehle ich Sie und Ihr Training weiter.”

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