Ein Gespräch führen und Ihr Erfolg 4.0

Persönlichkeitsentiwicklung 4.0 Ein stilvolles Ausstiegs-Szenario gehört zum Instrumentarium in der Persönlichkeitsentwicklung 4.0.

Einige Umgangsformen verblassen in ihrer Bedeutung, an ihre Stelle treten neue, erfolgskritische Kenntnisse. Hierzu zählt auch ein Gespräch führen, bzw. es zu beginnen und zu beenden.

Ein Beispiel hierfür stellt das Ein- und Ausstiegs-Szenario dar:
Zu Beginn des vergangenen Jahrtausends war es wichtig, sich mit dem richtigen Kürzel auf der Visitenkarte bei der höher gestellten Persönlichkeit  zu präsentieren. Analog, versteht sich, suchte man mit einem stilvollen Einstieg ein Gespräch unter gut situierten Herrschaften zu führen.

Im Zeitalter des digitalen Wandels wird der Akzent verstärkt auf dem  Ausstiegs-Szenario liegen. Die Bildung von Projekt-Teams, häufige Entscheidungen für neue – und gegen bisherige –  Projektpartner bringen diese Dinge mit sich. Schnelle Entscheidungen verlangen nach stilvollen Riten. Dies gilt zumindest, wenn man ein Gespräch führen will, welches nicht im Laufe der Zeit subtile Züge von sozialer Verrohung entwickeln soll.

Wenn Sie erfolgreich ein Gespräch führen wollen, sollten Sie diese Fakten kennen:

„Time to say good-bye“: Das Echo

Ich werde diesen Abschied nie vergessen: Das deutsch-amerikanische Ehepaar zog wieder „rüber“. Greg hatte für jeden im Team etwas vorbereitet. Die kleine Karte, von ihm persönlich handgeschrieben enthielt einen Dank für die Zeit mit uns. Zusätzlich enthielt sie eine Auflistung der zwei hervorstechendsten positiven Eigenschaften.  So würde er uns in Erinnerung behalten. Dieses berührende Echo auf die gemeinsame  Zeit mit uns war eine 2-Minuten-Session. Letztmalig ein Gespräch führen, welches einen Ewigkeitswert hat, darum ging es ihm hier. So etwas hatte ich noch nie erlebt. Bis heute wärmt dieser Moment in der Erinnerung mein Herz. Diese stilvolle Form des Abschieds hat kaum etwas gekostet. Der Erfolg war grandios.

Mentale Sippenhaft: Nix wie weg hier!

Nine eleven. Muss man mehr sagen? Der Tag, der die Welt verändert hat ließ einen tiefen Riss durch die Gesellschaft gehen. Verunsicherung, Distanz – bis hin zum offenen Hass war alles dabei.
Wer jetzt nicht „Brösamle“ sondern „El Kadi“ oder „Öztürk“ hieß hatte  es schwerer.

Der türkische „Tante-Emma-Laden“ hier im Ort riss für seinen Teil das Steuer herum:
Anstatt wie gewohnt den Verkauf weiter gehen zu lassen wurde Obst und Gemüse an die Kunden  verschenkt. Kein Gespräch – ein Zeichen war dieses Verhalten.

Klarer kann eine Distanzierungs-Strategie nicht sein – bis heute erzählt man sich davon.
Im Kopf des anderen wahrnehmbar aus einer Situation auszusteigen ist eine Kunst. Sie verlangt nach einer konsequenten Symbolhandlung. Und nach einer neuen Verortung in der Wahrnehmung.

Das „schwarze Loch“: Ihre einmalige Persönlichkeitsentwicklung bringt mehrfachen Gewinn

Die zeitlich dichte Vertaktung der digitalen Gesellschaft verlangt auch nach Ausstiegs-Szenarien für die Kommunikation im Alltag. Wie beende ich eine Unterhaltung, ohne dem anderen ein negatives Signal zu senden?

Einer meiner Freunde ist ein Genie auf diesem Gebiet. Er bereitet das Ende vor. Ein gemeinsames Lachen, ein Kompliment, die Vorfreude auf das nächste Gespräch …. Mit Fingerspitzengefühl findet er wertschätzende Pointen. Auch wirkt sein Verhalten in diesen Situationen nie „schleimig“. Das Gespräch mit ihm oft gekennzeichnet von Leichtigkeit und emotionaler Wärme.

Es lohnt sich, Ausstiegs-Szenarien zu entwickeln, wenn man auf Dauer ein gepflegtes Gespräch führen will: Diese Situationen summieren sich sonst schnell zu einem riesigen schwarzen Loch für Ihre Lebenszeit. Die Kunst, ein Gespräch zu beenden kann zwischen Ihnen und Ihrem Mitbewerber z.B. die berühmte “Nasenlänge voraus” sein.
Mehr Tipps zum niveauvollen Sieg über das schwarze Loch für Ihre Zeit finden Sie hier.

Eine weitere, wertvolle Einsicht ist die Sicht des Psychologen George Kohlrieser. Der ehemalige Geisel – Verhandler lässt uns ein seinem Buch „Hostage at the table“ diese Einsicht zukommen:

Der Beziehungskreislauf

Vier Phasen durchlaufen wir Menschen in unserem Miteinander.

  • innere Berührung, die in eine Verbindung übergeht.
    Gekennzeichnet wird diese Phase von Trost, übersetzen könnte man das Ganze auch mit innerer Sättigung.
  • Dann folgt eine Verbindung mit tiefergehendem Interesse.
  • Mit der Trennung gehen diese Gefühle über in eine Vorbereitung zur Verarbeitungs-Phase (Trauerphase), die in eine
  • Neufindung unserer Identität mündet.

Selbstverständlich ist es ein Unterschied, ob man jemanden an den Tod verliert oder sich die Wege nur aufgrund eines Arbeitsprozesses trennen. In seiner Grundstruktur bildet der Zirkel unseren Emotionskreislauf  jedoch präzise ab. (S.43)

Innere Stärke und Lebensfreude, so Kohlrieser, setzen voraus, dass wir in der Lage sind, die Trennung zu verarbeiten.  Und dies wiederum hängt ab von der Art, wie wir uns verabschieden.

Schwierige Gesprächspartner

Vom Wadenbeißer bis zum “sehr anhänglichen Mitmenschen”:
Mancher bringt einen in der Persönlichkeitsentwicklung ganz nach vorne…
Da ist es gut, wenn man sich auf Gespräche einmal mit einer grundlegenden Strategie vorbereitet.

Sei es durch eine Mischung aus kommunikativer Behäbigkeit und wohlwollender Klebrigkeit oder durch über-selbstbewusstes „Dranbleiben“: Mit dezenten Hinweisen kommt man hier einfach nicht weiter.
Auch der Typ „Man wird ja wohl mal dürfen wenn man fragt“ verlangt nach einer klaren Zäsur.
Mit diesen Tipps kommen Sie leichter zu Ihrem Ziel:

  • Vielleicht ist es eine belastende Phase, die Ihr Gegenüber gerade durchläuft:
    Wir wissen oft nicht mehr, wie das Leben des anderen aussieht.
    Wie heißt es so schön? „Jeder, den du triffst, durchläuft einen Kampf, den du nicht kennst. Behandele den anderen mit Respekt.“ Mit diesem Wissen im Hinterkopf gelingt der Ausstieg respektvoll. Die Arroganz bleibt draußen.
  • „Herr Maier, ich darf Sie höflich bitten, mich jetzt aus dem Gespräch zu entlassen.“
    Mit gedämpften zögerlichen Ton. So weiß Maier, dass er hier eine Linie überschreitet.
  • „Herr Maier, ich bitte Sie, mich jetzt aus dem Gespräch zu entlassen“ signalisiert schon eine gewisse Kühle und Distanz. Hier ist der Ton fester. Gleichzeitig belässt es Herrn Maier in der Rolle des aktiven Gestalters und weist ihm so seinen Respekt zu. Die Sprache bleibt gepflegt.
    Auf einer Skala von 1-10 ist das hier 9. Danach kommt nur noch das abrupte Ende des Gespräches.
  • Zurück zur unbekannten Belastung Ihres Gesprächspartners: Nicht selten steckt hinter Druck und Anhänglichkeit eine unausgesprochene Frage. Die wird sich in der Situation sowieso nicht lösen lassen. „Herr Maier, meine Zeit ist im Moment leider zu knapp, um darauf angemessen einzugehen. Was halten Sie davon, wenn wir am Mittwoch nachmittag telefonieren? Ich trage mir dann von 15.00 bis 15.15 Uhr ein. Meinen Sie, wir kommen damit hin?“ Sehen Sie Ihr Gegenüber jetzt aufmerksam an und warten Sie auf eine Antwort. Tragen Sie erst nach dieser den Termin endgültig ein.
  • Präzise Daten nehmen dem Gespräch jede verführerische „Kuscheligkeit“.
    Allerdings funktioniert das nur, wenn auch Ihr übriges Verhalten dazu passt: Sind Sie bekannt dafür, „rumzuschlawinern“ wird Ihnen das niemand abkaufen.
  • Kurze Sätze tun das gleiche. Wenn Sie freundlich sind. Ansonsten erwecken Sie den Eindruck des Spießes bei der Bundeswehr.
  • Packen Sie ein. „Abmarschbereit“ zu sein verhilft nicht immer Ihrem direkten Gegenüber zur Erkenntnis – oft aber dessen „Entourage“. Und wenn die allgemeine Aufbruchsstimmung das eigene Team vereinnahmt läuft manches wie von selbst.

Das Wichtigste zum Schluss: Ein Gespräch führen mit einer konstant hohen Begegnungsqualität

Geben Sie Ihrem Gesprächspartner Ihre volle Aufmerksamkeit. Also ich meine hier nicht nur „Gucken Sie in seine Richtung.“ Sondern hören Sie zu. Ohne im Kopf das nächste Meeting oder die Bilanz vorzubereiten. Oder das Mittagessen auszusuchen  oder so.

Die Zukunft wird geprägt sein von einer hohen Erwartung an die Begegnungsqualität.
Mit einem guten Ausstiegs-Szenario gestalten Sie Ihre Begegnungen wertschätzend.
Zu Ihrem Erfolg wird es wesentlich beitragen, wenn Sie ein Gespräch führen, in welchem Sie auch Ihrem Gegenüber den Ball zuwerfen.

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