Empathie lernen? Vorteile sichern auf gesunde Art..

Empathie. Die große menschliche Fähigkeit ermöglicht erfolgreiche Kompetenz
Empathie lernen bedeutet, mit zerbrechlichen Gefühlen sehenden Auges umzugehen. Empathie lernen. Die große menschliche Fähigkeit zeichnet den Menschen vor der künstlichen Intelligenz aus.

Empathie lernen … Klingt das für Sie, als richtet sich dieser Artikel an Menschen ohne „soziale Antenne“? Oder zumindest an solche, deren „Antenne“ nur auf ganz „niedriger Frequenz“ funkt?
Dieser Eindruck trügt.

In der Welt des New Work ist jeder einzelne von uns herausgefordert, die kommunikativen Fähigkeiten dem neuen Kontext anzupassen…

Die Lektion der Mongolen

Nie werde ich diesen Besuch der mongolischen Gruppe vergessen.
Da stehen sie im Wohnzimmer unseres Freundes mit ihren Geschenken. Der Leiter, mit dem Gastgeschenk in der Hand, wendet sich mit einem sehr freundlichen Lächeln dem Gastgeber zu: „Wir beschenken Alex, denn wenn er uns nicht eingeladen hätte, wären wir nicht hier.“
Alle klatschen. lachen und freuen sich – wie Kinder.

Die üblichen Worte werden gewechselt, alle freuen sich nochmal. Soweit ist das bekannt und irgendwie auch immer wieder gern gesehen. Was jetzt kommt, habe ich so allerdings noch nie erlebt:
Während sein Co – Leiter erneut in die Tasche mit den Geschenken greift, wendet er sich den Eltern des Gastgebers zu: „Und wir beschenken die Eltern von Alex, denn wenn sie nicht wären, wäre auch Alex nicht hier.“ Neben dem Geschenk für die Eltern gibt es jetzt noch ein sehr, sehr freundliches Lächeln und jede Menge Applaus von der ganzen Gruppe.

An diesen Nachmittag lernte ich eine Erweiterung des Begriffes Empathie. Lernen ist untertrieben: Durch diese Ehrung verstand ich ein lebenswichtiges Prinzip:
In jedem Vorgang, in jeder Gruppe existiert ein Initiator. Nicht immer ist er sichtbar – aber immer ist er wichtig. Er ist es, den wir mit unserem Tun ebenso begeistern sollten wie unseren direkten Gesprächspartner. So sollte alles, was wir tun oder sagen, immer auch auf diese Persönlichkeit „im Blick“ haben.

Diesen Initiator vor Augen zu haben, hat mich für erfolgskritische Situationen sensibilisiert. Es hat meiner Arbeit über die letzten Jahre hinweg einen wesentlichen Fein – Schliff gegeben.
Empathie lernen bedeutet, Menschen und Dinge wahrzunehmen, die unsichtbar – dabei wirkmächtig sind.

IQ, EQ und AQ: Empathie lernen ist zukunftskritisch

Zu den großen sozialen Entdeckungen der letzten Jahrzehnte gehörte zweifelsohne der von Daniel Goleman sichtbar gemachte „EQ“. Der „emotionale Quotient“ gilt als die ebenbürtige Ergänzung zum Intelligenz – Quotienten.

Auch die gegenwärtige Zeit zeichnet sich durch einen neuen Quotienten aus:
Es ist der Anpassungs – Quotient. (Der englische Begriff, dem Sie vielleicht auch schon begegnet sind, lautet „Adaptability Quotient“.)

Er umschreibt die Fähigkeit, sich in einem veränderten Umfeld sehr schnell einen Überblick zu verschaffen und auf dieser Basis vorausschauend agieren zu können.
In der gegenwärtigen VUCA – Welt, die durch ein hohes Maß an Volatilität geprägt ist, ist diese Fähigkeit zukunftskritisch: Mehr als Perfektion befähigt sie, mit wesentlichen Entwicklungen Schritt zu halten und Relevanz zu bewahren. Eine angemessene Veränderung im Bereich der sozialen Interaktion kann nur auf dem Boden der Empathie gelingen.

Empathie lernen bedeutet vor allem für uns, die wir vor den Generationen Y und Z geboren sind, uns auf ihre Denkweise, ihr Lebensgefühl und ihren Wertekanon einzustellen. Es bedeutet ebenso, dass wir uns schnell auf Menschen einstellen können, die einen anderen kulturellen Hintergrund haben als wir. Kultursensibilität ist eine der erfolgskritischen Fähigkeiten der VUCA – Welt.

Begleitet wird diese Phase neuer Herausforderungen von einem Wegbrechen von Normen, die seit Jahrhunderten Gültigkeit haben.

Die Schaumkrone des digitalen Wandels? Eine Normenkaskade …

So ganz nebenbei ergeben sich durch die sozialen Medien und die erhöhte Komplexität viele kleine Änderungen. War es früher zum Beispiel absolut normal, mit der Kontaktanfrage ein kurzes Anschreiben zu verbinden, fällt das heute an vielen Stellen flach.

Ein Klick, um einen Menschen in eine Verbindung mit mir einzuladen – aber zwei Klicks im Double – Opt – In – Verfahren, um ihm Mails schicken zu dürfen. Die galoppierende Inflation des Wortes „Freund“ öffnet einer neuen Tonlosigkeit die Tür. Kompensiert wird sie durch opulente Bildwelten.

Fast erinnert das ein klein wenig an die Zeit der Ikonen: Lesen und schreiben fiel weitestgehend aus, da viele Menschen damals Analphabeten waren. Also halfen Bildwelten, die biblische Botschaft zu verstehen.

Oft bedeutet Empathie lernen, neue Momente für den Beziehungsaufbau auszumachen: War es früher eine Selbstverständlichkeit, sich einer Gruppe erst einmal vorzustellen, so ist es heute an vielen Stellen gar nicht mehr gewünscht: In einigen Facebook – Gruppen kommt es sogar teilweise zu Beschwerden über Vorstellungen: Jede Begrüßung und Vorstellung ziehe ein Ton – Signal auf dem Handy nach sich. „Für nichts“, so der Text eines empörten Gruppenmitgliedes. Hier geht es um pure Information – “soziale Fellpflege” ist unerwünscht.

Die VUCA – Welt: Geprägt vom 6. Kondratieff’schen Zirkel

Der Jahrhundertwechsel – oder hier besser der Jahrtausendwechsel – mit welchem wir in einen neuen Kondratieff – Zirkel eingetreten sind, stellt uns vor eine gemeinsame Herausforderung:
Die extrem schnelle Entwicklung künstlicher Intelligenz und Kommunikations – Möglichkeiten prägen neue Herangehensweisen. Sie prägen auch neue Lebensentwürfe und Selbstbilder.

Persönlichkeit und Wirkung
Ein anderes Selbstbild ziehit auch ein anderes Sozialverhalten und einen anderen Lebensentwurf nach sich.

So ist es heute möglich, Botschaften zu senden oder mit Menschen in Verbindung zu treten, ohne selbst erreichbar zu sein. Prägend ist dies für die Lebenswirklichkeit vor allem vieler junger Menschen: Ein Wert, der sich aus dieser Situation heraus ergibt, ist Freiheit. Die sogenannte Generation Y und Z nutzt diese Freiheit gerne, um als „digitaler Nomade“ die Welt zu bereisen.
Nicht selten steht sie im Gegensatz zu einem hohen Wert des Industriezeitalters: Der Verbindlichkeit.

Neue Bedeutungszuschreibungen erfordern, dass wir Empathie lernen

Dieses Beispiel ist nur eines von mehreren. Wir leben in einer Zeit, wie sie noch nie da war:
Unsere Erwartungshaltung aneinander wird geprägt von drei sozialen Rahmenverträgen. Parallel nebeneinander laufen sie ab – und erfordern von uns ein hohes Maß an Flexibilität. So erleben wir die VUCA – Welt deutlich vor dem Hintergrund des Industrie – Zeitalters mit seinen Verhaltens – Normen. Auch Umgangsformen aus der Agrar – Zeit sowie aus der Ritter – Zeit finden sich in unseren täglichen Begegnungen.

Durch die neu gewonnene Freiheit und auch die unkomplizierte Verfügbarkeit von Gütern und Gemeinschaft (wie zum Beispiel über Skype, Whatsapp, Instagram, oder Facetime) baut sich ein neuer sozialer Vertrag mit eigenem Wertekanon auf.
„Leichtigkeit“, so könnte eine seiner Überschriften lauten.
„Nicht mit dem nötigen Ernst bei der Sache“, so bescheinigt dagegen mancher wackere Streiter aus dem Industrie – Zeitalter den jungen Leuten …

Verbindlichkeit, ein Wert, welcher im Industriezeitalter hoch bewertet wurde, wird von der Generation Y und Z eher als „Eisenkugel am Bein“ erlebt. Diesem Erleben wohnt auch ein hohes Maß an sozialer Intelligenz inne: Haben Sie auch schon beobachtet, wie sich manche Menschen durch ein übertriebenes Treueverständnis selbst gefährdet haben?

Bitte verstehen Sie mich nicht falsch: Ich halte sehr viel von sozialer Unverbrüchlichkeit.
Allerdings erfordern massive Veränderungen auch die Infragestellung so mancher Denktradition:
Und ist es in Zeiten solcher Volatilität wirklich immer angemessen, einem Anbieter unbedingt „die Treue zu halten“?
Die Wechselbereitschaft dieser Kundengeneration ist eine Aufforderung: Wie selten zuvor sind wir gefordert, diese eine Fähigkeit zu entwickeln: Die Empathie. Lernen, oder vielmehr soziales Lernen vollzieht sich allerdings anders als intellektuelles Lernen: Nur, wer sich selbst täglich mit einem bestimmten Reiz konfrontiert, wird eine neue Gewohnheit prägen.

(Ob das berühmte Maß von 21 Tagen stimmt, ist allerdings nicht ganz so klar. Hier sprechen manche auch von einer ersten „Grundsteinlegung“ für eine neue Gewohnheit.)
Dabei ist nicht allein entscheidend, wieviel Zeit wir in die Entwicklung empathischer Kommunikation investieren: Auch das soziale Klima innerhalb der Gruppe prägt maßgeblich den Erfolg – oder Misserfolg – unseres Tuns.

Das richtige Klima für Empathie: Lernen erfordert Vorbereitung

Wir Menschen haben eine großartige Fähigkeit: Wir sondieren unser Umfeld. Dies tun wir mithilfe unserer inneren Antenne. Ziemlich schnell können wir dann unsere inneren Mechanismen dem Ergebnis der Analyse anpassen:

Fühlt sich das Miteinander gut an, lassen wir uns auf die sozialen Interaktionen ein – vorbehaltlos. Wir lassen uns auf unser Gegenüber ein, fühlen mit ihm und lassen uns mitreißen. Die Blicke sind offen, spontan. Die Körpersprache ist offen, was sich auch darin ausdrückt, dass wir uns nicht die ganze Zeit hinter unseren Händen und Armen verbarrikadieren.

Flößt uns das Verhalten der anderen Menschen uns dagegen ein komisches Gefühl ein, verbarrikadieren wir uns. Abzulesen ist dies nicht nur an den Blicken und der Körpersprache: Auch die kommunikativen Abläufe verzögern sich. So tendieren wir zum Beispiel dazu, Gespräche vor uns her zu schieben, die sich anfühlen wie ein emotionaler Kraftakt.
(Sie werden es schon geahnt haben: Das kostet…. )
Wie kann man in so einer Atmosphäre Empathie lernen? Das wird kaum gelingen…

Handlungsempfehlung: Setzen Sie sich einmal als Team zusammen und sammeln um den Begriff „überzeugen“ her die Eindrücke und Empfindungen. Welche Verhaltensweisen beim Überzeugen würden Sie persönlich als „überzeugen“ empfinden – und was als aufdringliches überrumpeln oder gar manipulieren? Was möchten Sie hier ändern? Vielleicht können Sie Ihre Diskussionskultur hier spielerisch gemeinsam überarbeiten? Dies von Zeit zu Zeit zu tun empfiehlt sich in jedem Unternehmen!

Eine angenehme Diskussionskultur zu etablieren ist für viele Menschen ein erfolgskritischer Punkt im Unternehmen. Entgegen dem Anweisungs – Charakter, mit dem im Industrie – Zeitalter Prozesse angestoßen wurden, lebt die digitale Gesellschaft von gemeinschaftlich erarbeiteten Impulsen.

Augenhöhe ist ein zentraler Begriff der VUCA - Welt.
Augenhöhe ist ein zentraler Begriff der VUCA – Welt.

So galt zum Beispiel im Restaurant „El Bulli“ (welches fünf mal in Folge zum besten Restaurant der ganzen Welt gekürt würde) die Regel, dass junge Leute ebenso ernst genommen wurden wie erfahrene, langjährige Mitarbeiter. Ihre Kreationen wurden mit dem gleichen Materialaufwand umgesetzt. Die Küche um Ferran Adria hat die Welt des Kochens ein für allemal verändert. Viele Spitzenköche, die heute weltweit erfolgreich Restaurants betreiben, sind aus dieser Kultur hervorgegangen. Die Gäste haben sogar jahrelang auf ihren Tisch gewartet, bis sie endlich diese Kreationen für horrende Summen genießen konnten.

Empathie lernen kann nur, wer sich sicher fühlt. Und die Voraussetzungen für dieses Sicherheitsgefühl definieren sich in der Welt des New Work anders als noch im Industrie – Zeitalter.

Große Egos und Empathie lernen? Ein Widerspruch.

„Machtgleichgewichte statt Machtspielchen“, so weiß die Leadership – Spezialistin Constanze Buchheim, sind die Voraussetzung für eine zukunftsfähige Organisation. (1)

Dabei hat die Vordenkerin keineswegs nur die Chefetage im Blick:
Als ebenso gefährlich sieht sie den Anspruch an Gestaltungshoheit, den Mitarbeiter in einigen Unternehmen ausleben. Berlin, so Buchheim, wartet mit einer Vorreiter – Rolle auf: Dort erwarten im Bereich der Start – Ups und der Digitalökonomie Mitarbeiter zunehmend, dass das Unternehmen sie glücklich macht. „Freiheit ohne Verantwortung“ lautet dann die Maxime. Goodies erweisen sich als neue Währung im Kampf um die besten Talente.

Die Material – Schlacht um die Goodies? Ist wohl kaum als Empathie zu verorten…

Constanze Buchheim fordert ein Konzept, welches die anderen ins eigene Glücksstreben mit einbezieht. An der Spitze der Maslow’schen Bedürfnispyramide angekommen, ist eine Weiter – Entwicklung nur möglich, wenn die Verantwortlichen die großen Zusammenhänge sehen, so schlussfolgert die Leadership – Expertin.

Empathie lernen? Das bedeutet lediglich, sich einen neuen Spielzug anzueignen …

Regelrecht lakonisch fällt dagegen die Analyse des Stanford – Professors Jeffrey Pfeffer aus:
Er sieht in den Ergebnissen wissenschaftlicher Forschung eine Widerlegung des moralischen Kompass. Die folgenden Zitate gewähren einen Blick auf das Ergebnis seiner Arbeit:

„Jeder Lügner braucht jemanden, der angelogen werden will. Wenn Ihre Kollegen zu Ihrem Chef gehen und ihn um Feedback bitten, dann wollen sie kein Feedback. Sie wollen hören, wie wundervoll sie sind.“

„Wir benutzen Euphemismen (Kurz: beschönigende Begriffe) für jeden Bereich des menschlichen Lebens. Oft verschleiern sie die Realität.

„Ich sehe keine Empathie. Die Manager kümmern sich um sich selbst. Deshalb müssen auch die Mitarbeiter sich um sich selbst kümmern.“

15 – 20 Prozent der Stanford – MBA – Absolventen, so Pfeffer, verlieren ihren Arbeitsplatz innerhalb von zwei Jahren wieder. Den Grund sieht Jeffrey Pfeffer in ihrer mangelnden Fähigkeit, sich auf dem Feld der politischen Spielchen zu bewähren.

Empathie lernen, das lässt sich laut Jeffrey Pfeffer kaum im herkömmlichen „Nun – macht – mal – schön“ – Modus bewältigen. Seine Analyse spiegelt eine klare Rudel – Ökonomie wider: „Die Forschung zeigt auch, dass wir uns eher Menschen gegenüber altruistisch verhalten, die uns ähnlich sind. Das ist genetisch fest in uns verankert, um das Überleben unseres Genpools zu sichern. Sie helfen eher jemandem, der Ihnen ähnlich sieht oder zu Ihrer Familie gehört als einem Fremden.“

Ebenso klar fällt seine Handlungs – Empfehlung zur Schaffung eines guten Klimas aus:
„Sie (die Unternehmen) sollen herausfinden, welches die zehn größten Gesundheitsrisiken am Arbeitsplatz sind und Gegenmaßnahmen ergreifen.“ (2)

Wirkt empathisch, wer sich sympathiefördernde Verhaltensweisen aneignet?

Bevor wir die Frage erörtern, ob ein Status – Artist empathisch wirkt, möchte ich gerne kurz auf den Begriff selbst eingehen: Diese neuere Wortschöpfung entstammt dem Zirkel der Menschen, die sich jeden Tag mit Wirkung beschäftigen. Somit dürfte sie vielen eher unbekannt sein.

Als Status – Artisten bezeichnet man einen Menschen, der es versteht, durch sein Auftreten einen hohen Rang in einer Gruppe einzunehmen. Hierzu wendet er gezielt Stil – Mittel an, die ihn in der Wahrnehmung der anderen dort positionieren. Keineswegs muss dies negativ sein: Ein Status – Artist auch eine Persönlichkeit sein, die durch klares Reden und Handeln in einer Gefahrensituation andere Menschen anleitet, um sie schnell und entschieden aus der Gefahrenzone zu führen. In diesem Fall ist das Motiv der Schutz der Menschen. Entscheidend ist das Motiv. Die Fähigkeit selbst ist neutral.

Meine Erfahrung zeigt, dass es durchaus möglich ist, sich Kommunikations – Techniken anzueignen – und dabei empathisch zu wirken.

Einerseits habe ich Persönlichkeiten vor Augen, die ihr „Naturell“ seriös weiterentwickelt haben. Das Ergebnis lässt sie authentisch wirken, weil die Kommunikations – Techniken glaubwürdig auf ihre eigene Persönlichkeit aufbauen. Diese Menschen bleiben „nah bei sich selbst“. Sie haben ein gutes Gefühl dafür, wann es zuviel des Guten wird und können sich abgrenzen. Bei diesen Menschen passt die Botschaft zum Botschafter.

Ihre Motivation ist, sich ernsthaft einzubringen, „wirklich etwas an den Tisch zu bringen“. Auch dies ist ein Wert, der für die jüngere Generation sehr wichtig ist: Kein Fake. Eine ernsthafte innere Beteiligung.
„Skin in the game“ (die Haut im Spiel) zu haben, und somit wirklich ein Risiko einzugehen.

Wer dagegen versucht, sich hauptsächlich mit dem Erwerb von Status – Techniken in eine Position zu schwingen, wird scheitern. Vielleicht passiert das nicht direkt. Vielleicht passiert es auch nicht vor den Augen aller Beteiligten. Und vielleicht kann so eine Persönlichkeit diese Position äußerlich halten.

Für den geübten Beobachter zeichnet sich allerdings klar ab, dass hier jemand „leicht überfordert“ ist. Nicht selten baut sich im Leben dieser Menschen dann so eine gefährliche Mischung aus Lebens – Lügen, zunehmender Manipulation und Stress auf.
Empathie lernen, um durch das Vortäuschen von Sympathie die eigene Position zu stärken? Das wird ganz schnell zu einem maliziösen Spiel mit selbsterzeugten und unnötigen Lebenshärten.
Davon abgesehen werden die anderen das irgendwann durchschauen. Einmal verlorenes Vertrauen wieder herzustellen erfordert Jahre.

Empathie lernen bedeutet auch zu wissen: „Will ich die Schlacht gewinnen oder den Krieg?“ Es ist eine Frage der angemessenen Distanz in der jeweiligen Situation – und wiederum der Fähigkeit zur persönlichen Abgrenzung.

Eine der zentralen Lebensfragen

Wer Empathie lernen will, sollte direkt auch einen Blick auf eine der zentralen Lebensfragen werfen: Die Rede ist von der Fähigkeit, mit Stress umzugehen.
Nicht nur aus dem Leben anderer Menschen, auch aus der eigenen Erfahrung weiß ich, dass Stress zum entscheidenden Faktor für soziale Wärme oder Kälte werden kann.

Dies wird durch einen Versuch verdeutlicht, den man mit Geistlichen machte, die auf dem Weg zu ihrem nächsten Vortrag waren. Die Forscher teilten diese Gruppe in zwei Hälften und informierten diese wie folgt:

  1. Die erste Gruppe erhielt einen relativ späten Termin, zu dem sie mit ihrem Vortrag an der Reihe waren. Sie hatten also für ihren Weg eine ganze Menge Zeit.
  2. Der zweiten Gruppe sagte man, dass sie früher dran seien: Hier bestand Grund zur Eile.

Beide Gruppen fanden auf ihrem Weg zu ihrem Vortrag eine deutlich hilfsbedürftige Person auf der Straße vor. Das war natürlich kein Zufall, sondern zu Versuchszwecken so geplant.

Das Bild, was sich den Forschern bei diesem Versuch bot, war mehr als überraschend: Aus der ersten Gruppe, (die mit viel Zeit) zeigten sich deutlich mehr Menschen hilfsbereit als aus der zweiten Gruppe. (Die Geistlichen mit wenig Zeit bis zum Vortrag).

Dieser Versuch legt nahe, dass Empathie lernen bedeutet, sich selbst so zu managen, dass man ihre Impulse auch zulassen kann. Stress hat sonst offensichtlich die Kraft, alles an Empathie lahm zu legen, was da ist. Dieses Selbstmanagement beinhaltet den sozialen und  zeitlichen Aspekt ebenso wie den psychologischen.

Die Empathie für sich allein? Kein Zaubermittel für Erfolg

Bei der Diskussion um den Fachkräftemangel und den Krieg um die besten Talente scheint Empathie in der Führung ein wesentlicher Faktor für Unternehmenserfolg zu sein. So unbestritten diese Tatsache auch ist, sie ist wohl nur die halbe Wahrheit: Einer Untersuchung des Korn Ferry Institute aus dem Jahr 2015 zufolge sind extrem starke Führungspersönlichkeiten mit hohen Empathiewerten unterwegs. Allerdings ist dies auch bei ihren weniger erfolgreichen Kollegen der Fall.

Im Rhytmus...
Große Empathiewerte sind nur eine Voraussetzung für Erfolg. Sie bedürfen einer Ergänzung durch weitere soziale Fähigkeiten.

Diesem Phänomen ist das Institut nachgegangen und fand heraus, dass bei weniger erfolgreichen Führungskräften die Empathie die einzige stark ausgeprägte Fähigkeit ist.
Bei Korn Ferry kommt man deshalb zu dieser Schlussfolgerung:
Empathie allein für sich ist noch kein Erfolgsgarant. Soll sie in ihrem vollen Potential zur Entfaltung kommen, benötigt sie ergänzende soziale Stärken. Dr. Bibi Hahn führt hier die Fähigkeit zum sozialen Anschluss, zur Sozialisierung sowie zur Selbstwahrnehmung und psychischen Stabilität an. (3)

Weiterführende Impulse? Nur auf der Basis gesunder Abgrenzung möglich

Ein erfolgreicher Literat hat einmal getitelt: „Nett ist die kleine Schwester von ….. „
Dies scheint auch für den einseitigen Umgang mit Empathie zu gelten.

Fehlt die Klarheit, wird die Empathie schnell zum alleinig steuernden Element.
Diese Entwicklung geht jedoch deutlich zu Lasten der Qualität.
„Zu nett“ bedeutet eben auch schnell konturlos. Unklar. Es bedeutet in der Regel den Verlust einer gesunden Distanz.

Dies passiert kann schnell geschehen, wenn eine Führungskraft sich die Sympathien ihrer Team – Mitglieder sichern will. Regelmäßige Selbst – Reflexion mithilfe eines Coaches kann Sie hier wirkungsvoll unterstützen, damit Sie Ihre Rolle wirkungsvoll ausüben können.

Handlungsempfehlung:

Informieren Sie sich über stilvolle Ausstiegsszenarien für Gespräche und vertrackte Situationen. Ein Coach kann hier sehr schnell zielführende Szenarien und Vorschläge gemeinsam mit Ihnen entwickeln.
Diese können Sie darin unterstützen, Fokus zu halten  und Ihre Mitarbeiter wertschätzend zu behandeln – ohne dabei an Klarheit und Distanz einzubüßen.

Abstract:

Empathie lernen bedeutet, sich diese Fähigkeit mithilfe der Selbst – Reflexion anzueignen. Gleichzeitig bedeutet Empathie lernen jedoch auch, ergänzende soziale Fähigkeiten zu entwickeln. Ohne diese führt die Empathie nicht zum erwünschten Erfolg.
Ausstiegs – Szenarien aus Gesprächen oder Situationen können einer Führungskraft helfen, empathisch zu führen, ohne den Fokus oder die Klarheit zu verlieren. Hier bietet sich die Zusammenarbeit mit einem Coach an.

Auch das Selbstmanagement spielt eine wesentliche Rolle bei der Empathie:
Zeitlich, sozial und psychologisch sind die Faktoren einzuordnen, die gemeistert werden wollen. Ansonsten unterliegt die Empathie schnell einem sich aufbauenden Druck.

Empathie wird gefördert, indem nicht nur der Gesprächspartner, sondern auch zum Beispiel der Initiator der Aktion „gesehen“ wird – obwohl dieser vielleicht gar nicht anwesend ist.
Die VUCA – Welt erlebt eine Normen – Kaskade, weshalb neue Bedeutungs – Zuschreibung für ein bestimmtes Handeln da sind. Hier ist ein empathisches Vorgehen nötig, um eine  Unternehmens – Kultur zu fördern, die von Respekt und Wertschätzung für unterschiedliche Generationen, Kulturen und Persönlichkeiten geprägt ist.

Empathie ermöglicht einem Unternehmen einen hohen Grad an Innovationen zu entwickeln und den Wettbewerbsvorsprung deutlich auszubauen. Die Empathie benötigt ein bestimmtes Klima. Umgangsformen sowie eine Diskussionskultur, die von Empathie geprägt sind, entstehen nicht einfach so. Immer sind sie Gegenstand einer vorausschauenden Entwicklung.

Fazit

Empathie lernen bedeutet, sich gezielt mit der Schaffung eines geeigneten Klimas zu beschäftigen. Eine Denktradition, die Empathie ebenso fördert wie ihre Voraussetzungen, ist unerlässlich. Das Emotions – Management der Führungskräfte ist hier erfolgskritisch:
Eignen sich Führungskräfte vorausschauend Umgangsformen an, die zu einer empathischen Kultur führen, wird das Unternehmen davon nachhaltig profitieren.

Sie möchten Ihren Stil, Ihre Kunden – Kommunikation oder Ihre Unternehmenskultur entwickeln? Gerne unterstütze ich Sie hier.
Als Coach bin ich in der Rauen – Datenbank gelistet – eine Garantie für eine seriöse Ausbildung. Vor dem Hintergrund einer mehrjährigen Erfahrung auf der Entscheider – Ebene entwickele ich gerne gemeinsam mit Ihnen neue Impulse für Ihre nächsten Erfolge.

Kontaktieren Sie mich am besten noch heute.

Kontakt:
Patrizia Becker
Fon: 0711/ 54 09 64 97
Mobil: 0175/ 22 45 146
Mail: info@erfolgmitstil.de

  • Harvard Business Manager/ Spezial – Edition „Macht“
    Kommentar von Constanze Buchheim S. 88
    „Die Zeit der großen Egos ist vorbei“
  • Harvard Business Manager/ Spezial – Edition „Macht“
    Interview mit Jeffrey Pfeffer, S. 74
    „Die Menschen leben gern in einer Fantasiewelt“
  • Wirtschaftspsychologie aktuell 03/2016
    „Verstehen, aber nicht mitleiden. Wie Führungskräfte richtig mit Gefühlen umgehen“
    Bibi Hahn, Geschäftsführerin der Korn Ferry Hay Group Deutschland und Österreich.Studie: Lewis, J. „The limits of empathy for executives“

Bild: istock by getty images

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