Mittelmäßigkeit: Die Halbwertzeit Ihrer Klasse?

Mittelmäßigkeit Sind Sie leichte Beute für die Mittelmäßigkeit?

Klasse hat etwas Magisches. Wir sind geneigt, ihr zu verfallen. Sie versorgt ihren Besitzer mit dem Rohstoff, der als einer der wertvollsten der Welt 4.0 gilt: Klasse bringt Aufmerksamkeit.

Doch wie alle hervorragenden Eigenschaften hat auch die Klasse einen natürlichen Feind:
Er hat die Natur eines Schattens, der uns treu begleitet. Leise. Oft für uns unsichtbar widmet er sich der präzisen Gegendarstellung unserer Persönlichkeit.

Die Rede ist von der Mittelmäßigkeit.

Kriegsführung: Der Kampf gegen die Mittelmäßigkeit

„Wer als erster auf dem Felde ist und das Kommen des Feindes erwartet, der ist für den Kampf ausgeruht; wer als zweiter aufs Feld kommt und zur Schlacht eilt, der trifft erschöpft ein.“
(Die Kunst des Krieges, Sun Tsu, Verlag Nikol S. 53)

Der vorausschauende Umgang mit der Gefahr bringt einen entscheidenden Vorteil: Er verbessert unseren Denk- und Handlungsprozess. Er optimiert den persönlichen Stil.

Dieser Artikel beleuchtet die Schnittstellen zu Ihren täglichen Herausforderungen.

Raubbau am „Morgen“

Verliert Ihr Handlungsprozess an Schärfe, bröckelt Ihre Position.
Der Grund hierfür ist klar: Die Wirkung Ihres Handelns und Ihrer Persönlichkeit lässt nach. Ausnahmslos jeder von uns ist auf Wirkung, auf Ergebnisse daraus angewiesen. Deshalb lauern hier drei gefährliche Tendenzen:

  1. Verlust der persönlichen Wirkung
  2. Verlust der Qualität des Arbeitsergebnisses
  3. Verlust des Engagements des Teams

Bleibt die Ursache unentdeckt, neigen die meisten von uns zu Stabilisierungs-Maßnahmen.
Diese können je nach Persönlichkeit sehr unterschiedlich ausfallen. Eines haben sie jedoch alle gemeinsam: Sie kosten uns Kraft, Zeit und in letzter Konsequenz Geld.

In der Physik würde das, was hier lauert als Tripelpunkt bezeichnen: Die Überführung der Materie in einen anderen Zustand. Aus einer natürlichen, emotionalen Dynamik wird dann ein behäbiger Prozess. Ohne Anschieben läuft da wenig. Häufig ist das auch der Moment, in dem eine atmosphärische Schwere ins Spiel kommt. Beschwerden über Stress, von dem niemand genau weiß, woher er kommt werden geäußert.

Das Zusammenspiel mit dem Umfeld

Jetzt wäre es übertrieben bis unwahr, zu behaupten, dass alles nur durch einen selbst passiert. Das berühmte Bündel der Faktoren schließt auch das Umfeld mit ein. Ist dies geprägt von einer Geisteshaltung der Eigenverantwortung dürften korrigierende Impulse nicht lange auf sich warten lassen.

Ist die Unternehmenskultur dagegen von Mißerfolgsvermeidung und Erwartungshaltung geprägt, erhöht sich der Druck. Besonders Führungskräfte in der sogenannten „Sandwich-Position“ sind hiervon betroffen.  Wie hat es jemand mal formuliert? „Die oben wollen Zahlen sehen, die unten weibliche Werte.“

Klasse lebt von einer Fähigkeit, Wechselwirkungen auszuhalten und zu erzeugen.
Sie lebt auch von dem, was die Psychologie als „affine Schwingung“ bezeichnet. Hier ist die Fähigkeit beschrieben, mit anderen in eine emotionale Beziehung zu treten – sich mit ihnen zu freuen und ebenso mit ihnen zu leiden. Es mag zunächst wie ein Widerspruch klingen: Nah bei sich selbst und offen zu sein erfordert vor allem eine erfolgskritische Fähigkeit: Die Fähigkeit, sich abzugrenzen. Mittelmäßigkeit dagegen zeichnet sich durch einen Mangel an Verzicht aus.

Persönlichkeitsentwicklung braucht Grenzen

Ein Wort markiert eine einschneidende Verhaltens – Änderung in jedem Leben: Es ist das Wort „Nein“. Lernt ein Kind  dieses Wort ändert sich von Stund‘ an sein Verhalten. Es macht einfach an Stellen nicht mehr mit. Dieser wichtige Schritt in der Persönlichkeitsentwicklung stiftet Identität. Und um genau die geht es, will man Klasse haben – und Mittelmäßigkeit vermeiden. Wie beschreibt es Hermann Scherer in seinem Buch „Fokus“? „Genauso läuft der Erkenntnis- und Schöpfungsprozess ab: Zuerst abgrenzen, dann benennen, dann begreifen und erkennen, dann sich freuen.“ (Fokus, Campus Verlag, S.149)

Zertifikats – Charakter: Die Authentizität

Zu einem interessanten Ergebnis kommt eine Experten-Runde der Unternehmen Ogilvy & Mather und Styleranking: Hierin prognostizieren die Teilnehmer eine abnehmende Bedeutung für die Reichweite eines Blogs – und eine  zunehmende für die Authentizität des Bloggers.
Dies käme einem Paradigmen-Wechsel gleich: Bis jetzt werden Blogger nach ihrer Reichweite bezahlt. Bei einer ebenfalls prognostizierten Zunahme von 20% des Werbe-Budgets für Blogs  ist das keine Kleinigkeit. (Information aus „brand eins/Dezember 2016/“Nouvelle Vague“ S.67)

Einmaligkeit

Studiert man das Werk des kürzlich verstorbenen Leonard Cohen wird neben der herausragenden Schönheit seiner Sprache immer wieder eins genannt: Seine Ironie im Umgang mit sich selbst.
Sich konstant über sich selbst lustig zu machen, in ebenso poetischer Kraft, das ist ein Alleinstellungsmerkmal. Wie gab eine schwarze Mutter ihrem Kind einst mit? „Make people miss you“. (Sorg dafür, dass die Leute dich vermissen.) Personal Branding kann so einfach sein….

Schleichendes Gift

Mittelmäßigkeit ist ein schleichendes Gift. Ihre zerstörerische Wirkung entfaltet sie nicht in erster Linie dadurch, dass etwas zugefügt wird. Nein – ihre eigentliche Stärke besteht oft darin, dass etwas geht. Leise. Unbemerkt. Die Dynamik des Überbleibsels ist tragisch – dabei bekannt. Überlebte Glanzlosigkeit hat etwas von einem Mann, der – wie hat es jemand mal formuliert? – „in einem Anzug kleine Arbeiten verrichtet“.

Gründe für die verzögerte Persönlichkeitsentwicklung

  1. Arroganz
  2. Müdigkeit
  3. Offenheit für demotivierende Menschen
  4. Angst
  5. Bequemlichkeit
  6. Mangelnde Eigenverantwortung
  7. Geiz
  8. Das Fehlen einer klaren Vision
  9. Selbstzufriedenheit
  10. Ein Umfeld von willigen „Wasserträgern“

Ihr Quellcode?

„Suche nicht dort, wo du hingefallen bist den Grund für dein Scheitern, sondern dort, wo du ausgerutscht bist.“

Mangelnde Vor –und Nachbereitung

Bei allen Menschen, die etwas Großes bauen sehe ich durchgängig eins: Sie haben eine intensive Phase der Vorbereitung. Obwohl im Verborgenen ist diese Phase gekennzeichnet von akribischer Klein-Arbeit. Hingabe an die Exzellenz prägt den Prozess. Menschen, deren Werk tragfähig ist und konstant an Bedeutung gewinnt nehmen keine Abkürzung. Sie überlassen nichts dem Zufall. Die konstante Anknüpfung an die gegenwärtige Realität planen sie ein.

Vor allem tappen sie nicht in eine Falle: Sie verfallen nicht mittendrin der eigenen Größenphantasie und sabotieren dadurch ihren eigenen Prozess. Die ganz Professionellen unter ihnen widmen dem Nachbereitungsprozess die gleiche Aufmerksamkeit. Egal, wie es sich anfühlt: Sie widerstehen z.B. der Versuchung, diese unattraktive Bleiwüste, die man auch „Protokoll“ nennt lieblos zu überfliegen.
Wie nannte man das früher? „Gelesen, gelacht, gelocht“.

Innere Zerrissenheit

Werte zu haben macht uns zur Persönlichkeit. Sie bilden ein natürliches Gegengewicht zur Mittelmäßigkeit.

Die Kunst besteht nun darin, Kernwerte nicht zu verraten. Sich selbst treu zu bleiben ohne stur zu sein erfordert die Kunst der Diplomatie. Dem „Krokodilshirn“ nicht freien Lauf zu lassen, während das Gewissen nur noch zuckt – das scheint eine Art Endzustand einer langen Reihe von falschen Kompromissen zu sein.

„Möge der Bessere gewinnen.“ Im täglichen Kampf mit sich selbst ist diese Formel untauglich.
Wie lautet Ihre Maxime im Ringen um Ihre persönliche Klasse?

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