Selbstsabotage: Der “Ich-Trojaner”

Selbstsabotage - eins muss man ihr lassen: Sie ist immer passend angezogen....

Selbstsabotage lebt von ihrer Verkleidung. Sie klingelt an unserer Tür, wenn wir uns gerade auf etwas wichtiges vorbereiten: Das nächste Level, ein Pitch, ein Vortrag – oder auch ein Treffen mit einem Menschen, der uns viel bedeutet.

Genau dann, widerlich pünktlich, kommt für manchen von uns der Gast mit der eingängigen Stimme. Und führt uns seine Vision vor: Triumphator oder Unterlegener – je nachdem, worauf wir eher reagieren.

Selbstsabotage hat eine magnetische Anziehungskraft auf hochwirksame Prinzipien.
Kennt man diese, fällt die souveräne Reaktion – und der Erfolg – leichter.

  1. Angst
    Wir kennen ihn alle, diesen blöden Witz vom einzigen Baum auf der Piste – oder auf der Straße. Wie lautet der Selbstbefehl? „Mensch, pass ja auf, dass du da nicht dagegen fährst.“
    Der Rest ist Geschichte, Garant für unzählige Lacher. Wie hat mir ein Fahrlehrer mal gesagt? „Frollein, wohin `se gucken dahin fahr’n se auch.“ Leider wahr…Angst kommt oft im Gewand des Ratgebers. Sie lenkt unseren Blick auf einen fatalen Referenzpunkt im Geschehen. Gehen wir auf sie ein, gestaltet sie eine Beziehung – zu unserem vermeintlichen Feind. Wie hat John McEnroe, der exzentrische Tennis-Spieler mal gesagt? „Wenn du deinen größten Gegner verlierst, verlierst du auch einen Teil deiner selbst.“ Auch, wenn es nicht die Angst war, die ihn trieb – eine enge Beziehung verschafft Zugang zu unserem tiefen Inneren. Sie gestaltet die Sicht auf die Realität. Die Wahrnehmungs- und Entscheidungsmuster unterliegen schnell diesem Einfluss. Die Folgen haben wir dabei selbst in der Hand.Angst, der Gegenabdruck unserer Möglichkeiten, ist ein Schnellzeichner. In Null-Komma-Nichts schickt sie einen Action-Clip auf unsere innere Leinwand. Um den Vorfahren der Selbstsabotage loszuwerden bedarf es dieser Dinge:
  • Eine Vision, die uns begeistert.
  • Eine Methode, mit der wir Herr über die Impulse und Handlungs-Empfehlungen werden, die die Angst nahelegt.
  • Ein inspirierendes Umfeld mit stimmigem Werte-Kanon.
  1. Das Gefühl, nicht ausreichend zu sein
    „Angst sieht sich selbst mit den Augen des Feindes.“ Erinnern Sie sich noch an das Zitat meines Fahrlehrers? (Wohin `se gucken dahin fahr’n se auch.)Rein technisch gesehen könnte man hier sagen: „Das war’s dann auch schon.“Jede neue Entwicklung, jedes Level beginnt mit einem neuen Denkraum.
    Diese neue Perspektive erst ermöglicht die Öffnung eines neuen Handlungs-Raumes.

    „Realität ist verhandelbar“ schreibt Hermann Scherer. „Du musst das tun, was du glaubst, nicht tun zu können“ hinterließ uns die weise Eleanor Roosevelt.

    Grenzen – für den einen sind sie eine Einladung zum Spiel, für den anderen signalisieren sie einen Absolutheits-Anspruch.

    Selbstsabotage basiert auf einer Art Schwerkraft. Diese Dynamik zieht uns dahin, wo wir unseren tiefsten Punkt haben. Sei es unsere Herkunft, oder unser “vertrautes Tief” . Nicht immer ist dabei die Angst steuerndes Element: Erfahrungswerte vermitteln den Eindruck einer sicheren Basis, auf der gehandelt werden kann. Oft wird das auch gut gehen. Sind die Informationen allerdings veraltet, drohen kostspielige Fehlentwicklungen.
    Im Extremfall kann das zum Verlust von Anteilen führen.

     

  1. Die Falle der Selbstoffenbarung
    Sein souveränster Auftritt sollte es nicht werden, dazu hatte er sich zu sehr in der Wahl der Mittel vergriffen: Beim Correspondents’ Dinner im White House feuerte Barack Obama eine Salve nach der anderen auf seinen Kontrahenten ab. Donald Trump rang sich zwar das dünne Lächeln ab, was zur Grundausstattung auf diesem Parkett gehört  – aber innerlich schäumte er.Eins zu null?

    Auch, wenn es für Außenstehende nicht so offensichtlich sein mag: Hier war Obama in eine klassische Falle getappt. Natürlich zog seine flammende Rede die Lacher auf seine Seite. Macht ein Großer einen Witz, lacht man halt. Jedoch gab Obamas Rede hier das Equivalent zu Trumps Krawatte: Zu grell, zu lang und in der Signalwirkung bald abgegriffen. Für Außenstehende wird seine Selbstsabotage nicht ersichtlich gewesen sein. Auch bestand sie nicht darin, dass Trump jetzt auf ihn richtig sauer war – oh nein! Sie bestand in der Falle der Selbstoffenbarung.

    Obama konnte einfach nicht aufhören, man spürte förmlich, wie er darauf gewartet haben muss, es seinem Kontrahenten so richtig zu geben. Auch war deutlich ersichtlich, wie intensiv dieser ihn beschäftigt hatte. Hier hat Obama reagiert, nicht agiert. Wie hätte er diese Situation souveräner gestalten können?

    Eine Bemerkung, die sitzt. Ein bis drei Sätze, die zünden – fertig. Das wäre souverän gewesen. (Vielleicht sollte er sich Tipps von Hillary Clinton holen, die ist ein Meister der Schlagfertigkeit.)

    Das „High“ der Vormachtstellung ist eine gefährliche Sache. Das Amt zu benutzen, um inneren Druck und Ressentiments abzuarbeiten lässt nicht nur den persönlichen Glanz verblassen: Schnell fühlen sich die Zuschauer missbraucht, bekommt die Atmosphäre unterschwellig eine bleierne Note.

    Impulskontrolle ist das Zauberwort, nicht „Bühne frei“.

    Klein ist diese Herausforderung nicht: Diese „Flughöhe“ bringt automatisch ein hohes Maß an unfairen Attacken mit sich. Da angemessen und eloquent zu reagieren erfordert eine vorausschauende Selbstführung.

Das Gegenteil von Selbstsabotage: Erfolgreiche Selbstführung

Wer kann schon von sich behaupten, dass alles gelingt? Gerade in Zeiten der Weiter-Entwicklung zeichnen sich Lernkurven ab. „Erfahrungswissen“ nennt sich das dann später.

Für Führungskräfte ergeben sich hier noch einmal andere Bedingungen: Ihre Entwicklung liegt stärker im Augenmerk der anderen. Ihr Handeln unterliegt u.a. deswegen einem höheren Maß an Erfolgsdruck. (Vom Zeitdruck, der auch häufig da ist mal ganz zu schweigen.) Auf jeder neuen Eben allerdings kommt ein neuer Interpretations-Spielraum hinzu: Was vorher noch absolut ok. war, kann jetzt dem Ansehen deutlich schaden.

Wie das obige Beispiel von Obama deutlich zeigt: Seine Reaktion war menschlich, sein Stil aufgrund mangelnder Eloquenz ungeeignet für Position, Zeit und Ort. An so einer Stelle haben schon hervorragende Leute unnötig Respekt und Unterstützung eingebüßt. Bedauerlicherweise führt so ein Verlust dann oft zur Reduzierung des Erfolges.

Handlungs-Empfehlung:

Gehen Sie mit relevanten Informationen an Ihre Aufgaben heran.
Besonders die Rahmenhandlungen werden zur Einschätzung einer Persönlichkeit  herangezogen.
Meistens werden uns diese Informationen  vom direkten Umfeld aber vorenthalten – wer will es sich schon mit seinem Kollegen oder Chef verderben?

Hier kann Ihnen ein inspirierender Austausch mit einem externen Gesprächspartner wertvolle Impulse liefern.

Auch für belastende Situationen im beruflichen und privaten Umfeld lässt sich ein Lösungsansatz oft schneller in einem entspannten Gespräch finden. (Häufig haben Sie diesen Ansatz innerlich schon vor Augen. Mein Gesprächs-Angebot richtet sich darauf, diesen sichtbar zu machen und zu präzisieren.)

Ein eloquentes Auftreten überzeugt. Es ist das Ergebnis von vorausschauender Selbstführung und verschafft Ihnen Überlegenheit vor Ihrem Mitbewerber. Egal, ob mit oder ohne Krawatte.

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