Stilsicher zum perfekten Präsent. Welche Umgangsformen beachte ich bei Blumen?

„Blumen gehen immer“. Dieses Zitat braucht nun wirklich keine Quellen-Angabe, denn wahrscheinlich hat sich jeder von uns schon einmal gefragt „Was schenke ich nur?“

Für Menschen, denen Umgangsformen wichtig sind, gibt es dann  hauptsächlich drei Ideen: Pralinen, Spirituosen – und eben Blumen.
Diese „sichere Bank“ ist in den letzten Jahren allerdings etwas komplizierter in der Umsetzung geworden, denn die Allergien haben zugenommen und eine Umwelt- und Gender-Debatte hat aus der Charme-Offensive ein heikles Unterfangen gemacht.

Wem schenke ich Blumen?

Zunächst einmal möchte ich mit einem fundamentalen Irrtum aufräumen:
Die Blumen bekommt nicht automatisch die Frau. Die Blumen bekommt der Koch. Diese war in den vergangenen Jahrzehnten zu weit über 90% mit dem Koch identisch, weswegen sich auch diese Umgangsform so eingebürgert hat. Und: Nein, ich sage jetzt nicht, dass Sie ab heute Ihrem Kumpel am Grill den Strauß Rosen in die Hand drücken sollen. Jede Regel verlangt in ihrer Anwendung auch einen gewissen Instinkt für die Situation!

Wie schenke ich Blumen?
Äußerst stilvoll ist es, die Blumen schon vor einem Event zur Adresse des Gastgebers liefern zu lassen. Dies gibt dem Einladenden die Möglichkeit, sich wirklich den Gästen zu widmen. Gleichzeitig können die Blumen schon als Dekoration für die Räumlichkeiten dienen.
Wichtig ist natürlich, dass das Geschenk durch einen Boten ausgeliefert wird, der die wichtigsten Umgangsformen beherrscht.

„Papier zusammengeknüllen und in der Deko vor dem Eingang verstecken“. Naja. Da kann man sich auch andere Lösungen vorstellen.

Die Frage „Folie oder Papier?“ ist zur Glaubensfrage geworden. Auch, wenn manche Folie biologisch abbaubar ist, sie gilt vielen als Symbol eines leichtfertigen Umgangs mit der Umwelt.
Entscheiden Sie selbst, anhand Ihres eigenen Empfindens und dem der Gastgeber.

Was für Blumen schenke ich?
Stark duftende Blumen können leicht Kopfschmerzen und allergische Reaktionen auslösen.
Besonders Lilienarten sind heikel, zumal die rein weiße Groß-Lilie auch als Beerdigungsblume gilt.
Kennen Sie die Einrichtung der Gastgeber? Oder deren Lieblingsfarben?  Viele Menschen berührt es, wenn ein Geschenk für sie so persönlich ausgesucht wurde.

Ich empfehle Ihnen auch, Umstände wie Transportzeiten oder Wetterbedingungen zu beachten. Wird z.B.  im Hotel gefeiert, hat der Blumenstrauß zwei Transportwege vor sich. Ist es extrem heiß, sind Rosen schnell „hinüber“. Sie möchten sicherlich, dass Ihr Geschenk lange Freude bereitet. In einem guten Blumengeschäft wird man Ihnen gerne passende Blumen empfehlen.

Wovon „lasse ich besser die Finger“?

Mal vorneweg: Die „Dinger von der Tanke“ müssen nicht zwangsläufig schlecht sein.
Meistens findet man hier vorgefertigte Arrangements, teilweise sogar sehr frische und gute Ware.
Ein bisschen geschmackvoll sollten sie schon wirken. Eine Billig-Orchidee, mit einer giftgrün schillernden Schleife und violettem Glimmer auf der Blüte im Glasröhrchen? So etwas haben wir früher auf der Kirmes geschossen.

Rote Rosen, besonders die klassisch-roten, langstieligen Baccara-Rosen sind Liebenden vorbehalten.
So ein Strauß kann leicht als unpassend empfunden werden…..
Womit wir fast schon wieder bei dem Kumpel am Grill angekommen wären. Darf man laut Business-Etikette eigentlich auch Männern Blumen schenken?

Blumen als Geschenk für einen Herrn?
Ja. Man darf. Ein Geburtstagspräsent, welches mit kräftigen Farben und „charakterstarken“ Blumen überreicht wird bereitet auch manchem Herrn eine Freude. Ich sollte den Empfänger dann kennen und wissen, worüber er sich freut.
Wichtig ist, ein Präsent mit ein paar persönlichen Zeilen zu versehen. So wissen die Gastgeber auch nach dem Fest noch, wer sich diese Mühe für Sie gegeben hat.

Bild: Fotolia

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