Das T-Shirt

Von der Statistenrolle zum Shooting-Star
T-Shirt - mittlerweile eine gesellschaftsfähige Alternative zum Hend. Ein T-Shirt passt gut zu Jeans, zu Chino oder auch zu Lederhosen. Mit Jacket, Janker oder Lederjacke wird daraus eine attraktive Kombi.

Was irgendwann mal als Unterwäsche begann, ist heute ein Status-Symbol. Der Siegeszug des T-Shirt quer durch die Zeiten und gesellschaftlichen Gruppierungen ist mehr als eine textile Legende: Es gleicht einem sozialen Lehrstück. Hier erhalten Sie zum Überblick noch einen Qualitäts-Check.

Das T-Shirt: Vom Underdog zum Shooting-Star

Was früher Luxus war, ist heute Normalität. In wohlhabenden Ländern kann sich nicht nur jeder ein Unterhemd leisten – es gehört auch zum guten Ton, unter der Berufskleidung eines zu tragen. Doch das T-Shirt kann weitaus mehr, als die Hygiene zu beeinflussen: Es verleiht seinem Träger einen bestimmten „Stallgeruch“, im Soziologen-Sprech auch „soziale Zugehörigkeit“ genannt…

Nur nicht „gut betucht“: Das T-Shirt als Ausdruck der Rebellion

Es war eine neue Generation Schauspieler, die aus dem unspektakulären „Darunter“ eine heiße Klamotte machte. Rock’n Roll und Jugendbewegung – das schrie förmlich nach einer eigenen Tracht. Und da der kombinatorische Witz ja bekanntlich in den Gegensätzen liegt, wurde hier ein Klassiker geboren: T-Shirt, Jeans und Lederjacke zierten ab sofort den wahren Helden. Und seinen Astralkörper…

Hemdsärmelig. Und genial.

Es musste einfach das Gegenteil von Plastron, Binder und Co. sein. Passend zur unverschnörkelten Wahrheit, die auf Konventionen pfeift, war der Held jetzt auch unpassend angezogen.
Wie hatte mal jemand über den Auftritt der Dietrich im „Blauen Engel“ gesagt?

 „Nichts passte zusammen, aber alles zu ihr.“

Die Geburtsstunde des neuen Helden war auch die Geburtsstunde eines neuen Status-Symbols. Ein T-Shirt zu tragen, dass musste man sich leisten können. Dazu brauchte man das, was Musiker heute als „Attitude“ bezeichnen: Haltung.

Aus purer Rippe wurde Batik: Die 60-er

Irgendwie musste in den 60-ern alles aussehen, als wäre es im Drogenlabor entworfen worden.
Und weil dieser Trend auch von dem T-Shirt nicht halt machte, gab es da diese verrückten Muster:
„Batik“, eine Färbetechnik mit Wachs oder Schnüren, brachte die ersten stylischen Muster hervor. Bis heute begeistert mich diese Färbetechnik mit ihren unendlichen Möglichkeiten. Es gab eine Zeit, da fühlte man sich erst mit Jeans und so einem T-Shirt wirklich geboren. Und ab da wurde auch aus dem ehemaligen Unterhemd eine Te mit gedruckter Botschaft.

Wie beim Wein: Entscheidend sind Herkunft, Beschaffenheit und Verarbeitung

Ein T-Shirt besteht in der Regel aus Baumwolle. Wie jedes andere Kleidungsstück lebt auch das T-Shirt von  der Qualität der Materialien und Verarbeitung. Wirklich hochwertige Baumwolle kann nah an die Qualität von Seide heran reichen – lediglich die Empfindlichkeit und die hygienischen Eigenschaften sind denen der Seide weit voraus.

Folgende Begriffe sind wichtig, wenn es um die Einordnung der Qualität geht:

Langstapelige Fasern
Als langstapelig bezeichnet man eine Baumwollfaser ab 29 mm Länge. (Möglich sind bis über 40 mm.)
Es ist die Langstapeligkeit, die für Glanz und Weichheit der Baumwolle steht.

Herkunftsgebiete
Ägypten, Sea Island oder auch Peru gelten als Produzent einer äußerst hochwertigen Baumwolle.
Diese Qualität steht dem Weltmarkt nur zu einem geringen Anteil zur Verfügung, womit sich auch die Hochpreisigkeit der Produkte erklären lässt.
(„Warum kostet ein einfaches T-Shirt so viel?“)

Die Verarbeitung
Die Zwirnung der Fäden, die Feinheit der Stiche beim Nähen und die Qualität der verwendeten Bleich- und Färbematerialien lassen aus dem Rohmaterial erst ein wertvolles Gesamtkunstwerk werden. Eine konsequent hochwertige Anwendung von Rohmaterial und Verfahren zahlt sich in der Langlebigkeit des Kleidungsstückes.

Die Farbe
Nicht nur die Farbe an sich, sondern auch die Qualität der Farb-Pigmente beeinflusst im hohen Maße das Aussehen eines Kleidungsstückes. So ist ein Blau nicht gleich ein Blau – schon gar nicht nach vielen Monaten oder gar Jahren. Hochwertige Farbpigmente sind auch hochpreisig. Der Vorteil, den eine Investition in dieses Hochwertigkeit mit sich bringt, besteht in einer enormen Langlebigkeit der Farbe: Billige Pigmente sind schnell ausgeblichen, Pigmente von intensiver Färbung erhalten ihren satten Farbton lange.
Dies trägt dazu bei, dass Sie mit einem hochwertig gefärbten T-Shirt einfach „angezogener“ aussehen, als mit einer minderwertigen Färbung.

Fully fashioned
Ein T-Shirt oder eine Strickware, die „fully fashioned“ ist, überzeugt durch bereits in Form gestrickte Passform. Im Klartext bedeutet das, dass Ihr Kleidungsstück ohne dicke Nähte und sichtbare Säume auskommt. Die Ware wird nicht aus dem Stoff geschnitten, weswegen die Säume und Nähte sich nicht auflösen.

So wirkt ein T-Shirt optimal

  • Unter dem Business-Hemd
    Schaut unter dem Hemd ein T-Shirt hervor, sollte es feiner – mindestens jedoch genau so fein gearbeitet sein wie das Hemd. Dies gilt für die Struktur des Stricks ebenso wie für die Verarbeitung des Randes am Hals.
    Unterwäsche sollte generell möglichst unsichtbar sein.

  • Keine ausgeleierten T-Shirts
    Sobald der Stoff des T-Shirt ausgeleiert oder ausgedünnt wirkt, sollte es nicht mehr getragen werden.

  • Schweißränder und Pillings sind ein Nogo

  • Wirkware mit Festigkeit
    Festigkeit und Materialdichte lassen ein T-Shirt gut aussehen.
    Besonders deutlich wirkt sich das auch auf Bildern und Videos aus – labberiges Material wirkt einfach „trashig“.

  • T-Shirt über der Hose?

    Wie heißt es so schön?
    „Das ist Geschmackssache……“ oder „Man muss es mögen…“
    Sicherlich ist es auch eine Sache der Kultur. Hier hat es sich weitgehend eingebürgert.

Das Spannende an T-Shirts besteht sicherlich auch in den veredelten Materialien, Drucken und behandelten Oberflächen, die auf dem Markt erhältlich sind. Nie war es leichter, einen individuellen Look zu gestalten.

Viele Unternehmen bieten die Möglichkeit, T-Shirts für den eigenen Bedarf oder Verein selbst zu designen. Auch hier sollten Sie auf eine gute Qualität achten, damit die Mühe hinterher auch wirklich in vollem Umfang belohnt wird.

Experten-Tipp: Wussten Sie übrigens, dass besonders bei grauen T-Shirts eine hochwertige Qualität wichtig ist? Schwarz dagegen ist eine Farbe, die zumindest über kurze bis mittlere Zeit eine günstige Qualität verzeiht. (Es fällt einfach nicht so auf.)

Und so kombinieren Sie ein T-Shirt mit optimaler Wirkung:
Mit Jeans und Lederjacke ist es definitiv dem Bereich Casual zuzurechnen.
Mittlerweile kann ein T-Shirt mit Jackett auch business-tauglich sein. (Dies gilt eher für informelle Termine.) So hat sich in manchen Wirtschaftsbereichen auch die Kombination aus Anzug und T-Shirt als Klassiker heraus kristallisiert. In anderen Bereichen wäre dies undenkbar – hier kommt es sicherlich auf den Kontext an.

Wären zu früheren Zeiten nur Jeans und Chinos dazu denkbar gewesen, können T-Shirts heute auch mit Stoffhosen kombiniert werden. Vorzugsweise sind diese dann aus einem Stoff mit markanter Struktur, wie zum Beispiel Tweed oder ähnlichem. Zu diesem Look passt dann ein modischer Haarschnitt, zumindest ein Hauch von Trend sollte erkennbar sein.

Übrigens sind T-Shirts immer auch eine gute Wahl, wenn Sie Ihre Garderobe zwischendurch ohne große Investitionen auffrischen wollen.



Kontakt:
Patrizia Becker
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