Tipping Point – zum Erfolg verdammt

Einheit Einheit ist der Ermöglicher unter den Teamgeistern.

Der Tipping Point markiert die Wende. Und wie die läuft, haben Sie oft selbst in der Hand.

Tipping Point: Setzen Sie auf Emotions-Management

Sind Sie jemand, der fokussiert ein Ziel verfolgt?  Dann wissen Sie: Irgendwann kommt der Moment, wo man zum Erfolg verdammt ist.

Es ist dieser Moment, an dem keine Umkehr mehr möglich ist, der Moment, in dem eine Entwicklung an Momentum gewonnen hat. Dies gilt für Unternehmensziele ebenso wie für politische Stimmungsbilder und auch für zwischenmenschliche Situationen, wie z.B. in Service und Verkauf.

Besonders für diese gelten die Bedingungen des Tipping Point verstärkt: Einmalig und emotional erlebbar soll sie sein, die Interaktion mit dem Kunden. Hierfür bedarf es einer umsichtigen Gestaltung. Und eines zeitgemäßen Emotions-Managements – vor UND hinter den Kulissen!

Erfolg? Der Unterschied zwischen Einsilbigkeit und einer Klaviatur

„Wenn du glaubst, du bist ein Hammer, wird jedes Problem zu einem Nagel.“

Dieses Zitat von Watzlawik umschreibt treffend eine der Fallen beim Umgang mit Gefühlen (auf Neudeutsch „Emotionsmanagement“): Es ist die Einsilbigkeit in der Methodik. Die führt zu unnötigen Strapazen. Das gleiche gilt für abgegriffene Methoden. Stumpfe Waffen haben irgendwann einmal die unangenehme Eigenart, mehr Energie zu kosten als Nutzen zu bringen…

Tipping Point und Werte-Kanon: Ein strategisches Double

Dies scheint besonders dann der Fall zu sein, wenn ein Team mit Mitarbeitern aus unterschiedlichen Kulturen besetzt ist. Dann ist es für die Ausgeglichenheit des Teams wichtig, unterschiedliche Strategien zur Wiederherstellung der Balance anzubieten. Die Einbeziehung des jeweiligen Werte-Kanons spielt eine bedeutende Rolle bei Ziel, Methode und Ergebnis der Bewältigung von Emotionen.
Oder, wie der Volksmund sagen würde: „Das macht was mit mir. Da muss ich jetzt auch erst mal mit jemandem drüber reden.“ (Oder Tee trinken oder Holz hacken oder so…)

Um eine Dynamik bis zum konstruktiven Tipping Point aufzubauen, sollte eine Führungskraft also ein Grundwissen über den Wertekanon der einzelnen Team-Mitglieder haben und mehrere, passende Strategien der Selbstführung und des Emotions-Managements vermitteln können. (Quelle: S. Fußnote 1)

Gleichzeitig sollte sie über eine erfolgskritische Eigenschaft verfügen: Empathie.
Das klingt toll, ist aber mitunter gar nicht so einfach…

Die innere Verbindung aufbauen und halten

Wer nimmt sich schon vor, distanziert und hölzern zu wirken? Mir persönlich ist noch niemand begegnet. Jeder, der als Gestalter antritt, verfolgt ein anderes Ziel. Oft ist es ein edles Ziel, uneigennützig und groß gedacht. Dennoch führt die Entwicklung von manchem Retter direkt zum Verfolger – oder, der etwas stilleren Variante – dem Misserfolgsvermeider.

Misserfolgsvermeider: Die stille Reserve?

Desillusioniert, entkräftet, verletzt. „Going through the motions“ nennen die Amerikaner das.
Es ist so, als macht jemand im Chor noch den Mund auf und zu – aber es ist kein Gesang mehr zu hören. Jargon und „Behavior“, also das äußere Verhalten der Persönlichkeit, entsprechen dabei oft noch dem Verständnis des Hauses.

Die Frage, wie lange so etwas gut geht wäre rein rhetorisch. Die Frage, ob ein Mensch mit langfristig desolater Gefühlswelt die Entwicklungskurve „wuppt“ ist es auch: Selbst hochbegabt und mit bestem Vorsatz dürfte das sehr schwer werden. Die Fähigkeit, seine Ressourcen abzurufen erfordert ebenso innere Stabilität wie der konstant steigende Innovationsdruck.

Zudem wirken wir, wenn wir uns  innerlich zurückziehen meistens unbeteiligt oder sogar hölzern. „In den Schuhen gestorben“ nennt das der Volksmund. Die Folge: Der innere Draht glüht nicht mehr, die Signale werden nicht mehr richtig übertragen. Es ist mühsam. Das einst gemeinsam geplante Vorhaben verliert an Fahrt.

Für einen Zustand innerer Erschöpfung oder Verletzung gibt es natürlich viele Ursachen. An dieser Stelle auf alle einzugehen würde den Rahmen sprengen. Deshalb möchte ich hier nur auf zwei Punkte der Vorbeugung eingehen:

  • Zeit für Reflexion:
    Verletzung oder Erschöpfung bleibt nicht aus. Je größer das Ziel, der Einfluss und die Budgets, umso härter sind auch die Nackenschläge. Umso größer ist der Druck. Meine Beobachtung ist, dass ein hoher IQ allein für den Erfolg nicht reicht: Das Durchhaltevermögen unter dieser Einwirkung scheint die höchste Anforderung zu sein.
    Nicht allein das Überleben, sondern das Durchhalten bei gleichzeitigem „Nah-bei-sich-selbst-sein“. Dazu gehört auch, den inneren Fokus zu halten – ohne distanziert und mechanisch zu wirken.
    Diese große Kunst bedarf der kompromisslosen Planung. „Szenarioplanung erfordere jedoch, sich vom Alltagsgeschäft zu lösen“ sagt Bain-Geschäftsführer Sinn. (Quelle: S. Fußnote 3)
    Gleiches gilt für die Reflexion, das zweite Bein des gesunden Fortschritts. Klinken Sie sich nicht im gesunden Rahmen aus, klinken andere sich nicht ein. Zu diesem Ergebnis gelangt die Leiterin des Instituts für Führung und Personalmanagement an der Universität St. Gallen, Heike Bruch: „Um gleichzeitig Erschöpfung vorzubeugen, ist neben dem Abbau von Belastungen auch das eigene Vorbildhandeln der Führungskräfte ausschlaggebend.
    Auch und gerade deswegen müssen sie selbst glaubwürdig zeigen, dass sie auf sich, ihre eigene Leistungsfähigkeit und Energie achtgeben.“ (Quelle:
    Fußnote 2)
  • Der „Kümmerfaktor“: „Chef-Chef an Chef“
    Es liegt tief in uns: Wir wollen uns gesehen fühlen. Ausnahmslos. Alle.
    Auch, wenn der Ausdruck dieses Interesses von jedem unterschiedlich gewollt wird, haben wir nur dann das Gefühl, mit unserer Leistung wirklich bedeutend zu sein.
    Zu dieser Erkenntnis kamen die Wissenschaftler Zin-an Zhang, Ning-Li, Johannes Ullrich und Rolf van Dick in ihrer Studie „Getting everyone on board: The Effect of Differentiated Transformational Leadership by CEOs on Top Management Team Effectiveness and Leader-Rated Firm Performance“.
    Im “Journal of Management” veröffentlichen sie erstaunlichen Ergebnisse ihrer Studie. Demnach hat die Bevorzugung einzelner Vorstands-Mitglieder einen negativen Rückschlag-Effekt auf das Team – letztendlich sogar auf das ganze Unternehmen.
    (Einen Abstract erhalten Sie gratis unter diesem Link, unter dem Sie ebenfalls zur Gesamtstudie gelangen. Kostenpflichtige pdf.)

Selbstdisziplin? Die enge Verbündete des Tipping Points…

Es mag seltsam klingen, aber der Selbstbefehl (Nimm dich halt’n bisschen zusammen) kann einen leisen Magnetismus in Richtung des Tipping Points entwickeln.

Vielleicht kennen Sie solche Situationen auch: Man „reißt sich am Riemen“, hält die Luft an und steht so einiges durch – bis einem „die Galle platzt“. Oft trifft es dann nicht den Verursacher des Ärgers, sondern den, der einfach nach der Uhrzeit fragt. (Aber nicht bedrohlich wirkt….)

„Die Art der Emotionsregulierung wiederum beeinflusst das Stresserleben der Person und die Wahrnehmung dieser in ihrer Umgebung. So sind in westlichen Kulturen Personen, die eher Unterdrückung nutzen, physiologisch schneller beansprucht und werden als weniger sozial kompetent wahrgenommen.“

„Durch die erforderliche Selbstbeobachtung – die Person muss stetig und ständig ihr eigenes Verhalten überprüfen – gehen kognitive Ressourcen verloren und können nicht zur Arbeitsleistung beitragen.“ (Quelle: S. Fußnote 3) Stress und Angst führen zu einer physisch messbaren Veränderung in Arealen des Gehirns, weswegen ein Zugriff auf die „Datenbank“ teilweise leer läuft.

So paradox es klingen mag, aber tatsächlich bewirkt auch bewundernswerte Selbstdisziplin à la longue eher Raubbau an unserer souveränen Wirkung. Mangelnde Souveränität kann dazu führen, dass eine Situation schneller kippt. Eine souveräne Wirkung dagegen verhindert schon durch die nonverbalen Signale, dass die Dinge komplett entgleisen. Unruhe überträgt sich. Ruhe auch.

Ein kleiner Schritt für Sie, ein großer Schritt für …. ?

Achten Sie gut auf Ihren Kopf. Vor allem auf die Richtung, in der Sie ihn bewegen: Wenn der nickt, sind Sie nämlich verloren. (Ich nebenbei bemerkt auch.) Wie das zustande kommt erklärt uns Malcolm Gladwell in seinem Buch „Tipping Point – wie kleine Dinge Großes bewirken können“.

Hier führt Gladwell eine Versuchsreihe an, die Fernsehzuschauer durchliefen. Die wissenschaftlichen Versuche führten zu der Erkenntnis „dass Fernsehwerbung dann am wirkungsvollsten wäre, wenn die visuelle Darstellung den Zuschauer dazu bringt, den Kopf auf und ab zu bewegen – zum Beispiel durch einen aufspringenden Ball“. Einfache körperliche Bewegungen und Beobachtungen können eine tiefe Wirkung auf unser Gefühle und Gedanken haben – bis hin zur Änderung des Wahlverhaltens einem Präsidentschaftskandidaten gegenüber!

Hintergrund der Versuchsreihe ist eine Beobachtung des Wahlverhaltens von Zuschauern, die intensiv bestimmte Sender gesehen hatten. Eindeutig fiel die Beeinflussung ihrer politischen Neigung durch dieses unscheinbare Nicken des Zuschauers aus! (Quelle s. Fußnote 4)
Offensichtlich ist nach dieser Versuchsreihe, dass ein Tipping Point mit schockierend einfachen Mitteln herbei geführt werden kann – durch das Nicken der Köpfe….

Ein großer Trost: Gleiches gilt für das Lächeln. „In einem gesunden Körper wohnt ein gesunder Geist“. Dieses Sprichwort wirkt auch in Zeiten des „Emotionsmanagements“, obwohl es uns schon seit Jahrtausenden begleitet…

Der Kampf um das Zugangsmonopol

Häufig wird beim Tipping Point die Vergabe eines Zugangs-Monopols neu geregelt. In der Vorbereitung entscheidet sich, ob Sie oder ein Mitbewerber den Zuschlag erhält. Die vorausschauende Gestaltung der Unternehmenskultur verhindert also nicht nur temporären Kontroll-Verlust: Sie bringt Ihnen auch darüber hinaus auch deutliche Vorteile bei der Steigerung Ihrer Erfolgsrate.

Tipps für den Aufbau und Erhalt einer wertschätzenden Kultur

  1. Feedback – direkt und gamifiziert
    Sind Sie auf Facebook? Dann kennen Sie von dort sicherlich die Scala der Emotionen, die zeitgleich mit dem „Like“ aufpoppt.
    Einige amerikanische Unternehmen sind dazu übergegangen, Feedback für Meetings usw. direkt im Anschluss ans Geschehen einzuholen – mit ebendiesen einfachen Zeichen.
    Übrigens: Diese Art der Bewertung hat in ihrer Bedeutung die Likes überholt.
    Die Vorteile:
  • Der Eindruck ist frisch, unverfälscht.
  • Es kann sofort reagiert werden.
  • Das echte Interesse an der Einschätzung der Beteiligten kommt klar rüber.

(Wichtig ist hier, dass die Mitglieder des Teams mit einbezogen werden – wenn möglich auch in die Gestaltung.)

  1. Neubewertung
    „Kritik ist Weiterbildung.“ Dieser Satz hat mir einmal einen total neuen Zugang zum spannungs-behafteten Gespräch verschafft. Meine Wahrnehmung des einstmals zerstörerischen Momentes hat er quasi neu geschaffen.
    Spüren Sie, dass sich in Ihren Gesprächen bestimmte Situation häufen?
    Ist Ihre Wahrnehmung, dass Sie dadurch den Spaß an dem Ganzen verlieren oder unter Druck geraten? Oft ist unsere Sicht auf Situationen eine Waffe gegen uns selbst – und sie kann ein sehr scharfes Schwert sein. Es zahlt sich aus, dies umsichtig zu analysieren und eine aufbauende Herangehensweise zu erarbeiten!

 

Der Moment vor dem Moment…
„Eine Spinne an der Decke ist ein kleines Problem. Ist die Spinne nicht mehr zu sehen, ist das ein großes Problem.“
Wir neigen mitunter dazu, unser Augenmerk auf die falsche Situationen zu richten. So arbeiten wir dann oft mühsam nach oder lassen das Ganze entgleisen. Mancher Tipping Point ist einfach das Ergebnis unbeachteter Signale!

(Beispiel: Viele Leute glauben, dass eine Eskalation immer laut sein muss. Muss sie nicht. Manche Beziehungen sterben leise – an Blicken, die töten können. Oder daran, dass sie ihr Gegenüber als gegnerischen Anwalt empfinden.)

Eine Überarbeitung der Signal-Wirkungen und des Wordings kann Wunder wirken.
„Ein Wort ändert die Bedeutung, die Stimmung und die Motivation.“ ( 5)

Lassen Sie Ihr Bauchgefühl sprechen: Häufig haben Menschen einen „ersten Gedanken“ zu Situationen. Und häufig ist der sehr präzise. Unser Problem ist oft, dass wir das in der „Hitze des Gefechts“ übergehen oder einfach keine Zeit dafür einplanen. Im Nachgang zu einem Tipping Point die Dinge aufzuarbeiten ist extrem kostspielig und oft langwierig.

Mit einem Training, welches auf spielerische und inspirierende Art Ihre Ziele und Erfahrungen unterstützt wird Ihre Kommunikation zu einem emotionalen Erlebnis für Ihr Gegenüber. Und für Sie selbst.

Kontakt:
Fon: 0711/ 54 09 64 97
Mobil: 0175/ 22 45 146
Mail: info@erfolgmitstil.de

Literaturhinweise:
1. Wirtschafts-Psychologie aktuell, Ausgabe 03/2016,
“Emotionsregulation am Arbeitsplatz – ein wichtiger Faktor für die Arbeitszufriedenheit” Seite 32.
(Professor Dr. Ursula Hess, Professorin für Sozial- und Organisations-Psychologie an der Humboldt-Universität zu Berlin)
Carla Strauß, Diplom-Psychologin, assoziierte Wissenschaftlerin für Sozial- und Organisationspsychologie, ebenfalls an der Humboldt-Universität Berlin)

2. s. oben/ Die Ausführungen sind dem gleichen Artikel entnommen.

3. Harvard Business Manager, Ausgabe 09/2015
Artikel “Werkzeuge für den Fortschritt”, Seite 8, Zitat auf Seite 9
(Zitat des Geschäftsführers Walter Sinn der Firma “Bain & Company Germany, Inc. )

4. Tipping Point Autor: Malcolm Gladwell
Zitat ab Seite 91 zu der Beeinflussung des Wahlverhaltens
Ein inspirierendes Video zu diesem Thema finden Sie hier.

5. “189 powerful words that convert”,
Artikel auf Buffer, Autor Kevan Lee, 01.Dezember 2016,

Foto: istock by getty images

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