Vorstellungsgespräch mit Headhunter: Es geht um Details

Vertragsabschluss - Erfolg durch Business Knigge Seminar Handshake nach Vertragsabschluss. Vorstellungsgespräch mit Headhunter.

Vorstellungsgespräch und Tagesablauf:
Ihr Selbstmanagement 

Vorstellungsgespräch und kein Ende: Vielleicht sind Sie schon etwas genervt. Oder sogar entnervt. Oder noch schlimmer: Sie sind demoralisiert. Auch, wenn Sie von mehreren Seiten die gleichen Berichte hören, allein der Gedanke an das nächste Vorstellungsgespräch setzt Sie enorm unter Druck.
Sie spüren jetzt noch genau, wie letztes Mal die Atmosphäre gekippt ist. Die kritische Sachlichkeit Ihres Gegenübers hat sich angefühlt wie eine Degradierung.
Leugnen ist zwecklos, das hat etwas mit Ihnen gemacht. Sie sind nicht mehr die gleiche Person wie beim ersten Vorstellungsespräch. Dabei ist Ihre Kompetenz unbestritten: Immerhin waren Sie der Zweite nach dem Chef – bis das Unternehmen eine amerikanische Mutter bekam. Das „Schaulaufen“ der Führungskräfte hat dazu geführt, dass Sie jetzt „eine neue Herausforderung suchen“.
Nicht nur Ihr Selbstbild, auch Ihr Privatleben leidet unter dieser mittlerweile auftretenden Spannung vor jedem Vorstellungsgespräch.

Begehen Sie nicht den Fehler, direkt aus einer belastenden Atmosphäre zu so einem Termin zu fahren. Planen Sie für die Zeit vor dem Vorstellungsgespräch z.B. Erledigungen oder verbringen Sie eine Stunde an einem Ort, der Sie aufbaut. Sei es eine Bibliothek, ein Café, ein Gang durch die Stadt… egal.
Manchem hat es schon geholfen, bei einer Niederlassung für Luxuskarossen vorbeizuschauen und sich eine „frische Vision“ zu holen. Andere telefonieren vor solchen Terminen gerne mit einem guten Freund. Wie auch immer. Sie kennen sich – und das Thema Selbstmanagement.

Jemand hat mal gesagt „Wir werden besiegt morgens auf dem Weg ins Badezimmer.“ Stimmt!
Achten Sie sehr gut auf Ihre Gedanken über sich selbst. Ihr Narrativ hat eine übergeordnete Steuerfunktion für Ihren Tag, für Ihre Zukunft.

Vorstellungsgespräch und Deutungs-Hoheit:
Überlassen Sie nichts dem Zufall

Dem Vorstellungsgespräch geht der erste – besser gesagt der allererste Eindruck voraus:
Die Analyse der Profile in den sozialen Netzwerken. Eigentlich könnte man meinen, hierzu sei schon alles gesagt. Leider spiegelt die Realität diesen Eindruck nicht wider. Zu viele Portraits vermitteln eher den Eindruck von mangelnder Investition. Mit Investition spreche ich nicht nur den finanziellen Aspekt an, sondern auch den zeitlichen. Im Sammelsurium an „Verwertbarem“ muss sich anscheinend häufig etwas finden: Das Heftigste, was ich jemals gesehen habe war das Ganz-Körper-Portrait einer Führungskraft, bei dem die Partnerin einfach abgeschnitten war. So stand der Herr alleine sinnig lächelnd vorm Rosenstrauch. …… Selfie mit Grinsen, relaxed mit Poloshirt – Dynamik und Seriosität vermittelt das nicht. Wie hat eine Führungskraft mir mal gesagt: „Sie haben’s ja wahrscheinlich auch gemerkt. Da fehlen die Rasierklingen an den Ellenbogen.“ Wenn ich als Führungskraft antrete, sollte mein Portrait intellektuelle Wachheit und schnelle Reaktionsfähigkeit vermitteln. Das klappt weder mit einem herausgewachsenen Haarschnitt noch mit dem Bequem-Look – egal welcher Marke!
Die Deutungshoheit hierüber liegt bekanntlich beim Betrachter. Mit einem bewussten Einsatz von Signalwirkung informiere ich ihn zielorientiert auf den ersten Blick. Dazu ist es nötig, das Business-Portrait zu planen. Diese Fragen sollten Sie mit dem Fotografen besprechen:

  • Für welche Position, für welche Branche führe ich ein Vorstellungsgespräch?
  • Wie will ich wirken?
  • Gibt es einen Charakterzug, der besonders stark zum Ausdruck kommen soll?
  • Welche Kleidung wird gewählt, auch hinsichtlich der Farbwirkung?
  • Soll das Portrait noch an anderen Stellen zum Einsatz kommen – wo es evtl. in Schwarz-Weiß auch gut wirken muss?

Ein gutes Portrait hat Botschaftscharakter. Es ist nicht die bloße Ablichtung Ihres Konterfeis.
Blätter ich durch die Netzwerke, sehe ich einfach zu viele Bilder mit einen „erkennungsdienstlichen“ Anstrich. Ich erkenne die Person wieder, wenn ich sie sehe, das war’s. Beeindruckt bin ich nicht.
Wofür stehen Sie als Persönlichkeit? Spiegelt das Portrait Ihre persönlichen Stärken wider?
Ein Manager, der an die oberste Ebene berichtet braucht ein ganz anderes Bild als ein politischer Repräsentant. Auch, wenn für beide gilt: „Seriös“. Da muss einfach noch mehr sein.
Investieren Sie Zeit in die Suche einem guten Business-Fotografen. Sie erkennen ihn an den Bildern auf seiner Homepage. Wer mit Hochzeiten, Tieren und Wolken sein Geld verdient mag für Ihren Privatbereich gut sein – für Ihr Vorstellungsgespräch ist er es definitiv nicht. Ihre Schmerzgrenze bezüglich des Finanzbudgets ist überschritten? Diese Investition macht sich vielfach bezahlt, weil Sie das Bild später immer mal schnell an die Presse herausgeben können und darüber hinaus noch wertvolle Kontakte gewinnen.
Haben Sie einen Fotografen gefunden, planen Sie gemeinsam mit ihm die Bilder vor.
Hier wird Ihr Eindruck bestätigt: Ist der Fotograf gut, wird er Ihre gewünschte Wirkung präzise erfragen. Schon hier spüren Sie mit absoluter Sicherheit: „Das wird klasse. Mit dem Ergebnis kannst Du überall aufschlagen.“ Ein gutes Portrait motiviert.

Vorstellungsgespräch und Eindrucksmanagement: Punkten, nicht verbiegen.

Sie sehen gut aus: Ihr frischer Haarschnitt macht was her. Ihre Fingernägel sind einer guten Maniküre unterzogen worden und Ihre Körperhaltung vermittelt Spannkraft. Das sieht man übrigens auch Ihrem Gang an, wenn Sie auf Ihren Treffpunkt zusteuern: Ein beliebtes Spiel bei Profis ist immer noch, der Erste zu sein und dann zu beobachten, wie die anderen eintreffen. Egal, ob bei einem Vorstellungsgespräch oder bei Verhandlungen:
Bereits hier lassen sich wesentliche Informationen ableiten….

Jetzt, bei der Begrüßung werden Sie „top-down“ gemustert. So what?
Ihr Anzug sitzt, Ihre Schuhe haben auch diese Nacht auf Spannern verbracht und sind mit ordentlichem Pflegemittel geputzt. Gerade Absätze? Selbstredend. Haarschnitt, Maniküre – hier spreche ich auch von den Herren – alles ist präzise. Sicherheitshalber haben Sie auch einen neuen Gürtel angezogen: Der erzählt nicht mit seinen überdehnten Löchern etwas vom Gewichtsverlauf während der letzten Jahre. Der ist einfach nur hochwertig. Wenn Sie sich jetzt setzen und Ihre Tasche abstellen, wissen Sie schon, in welcher Reihenfolge Sie den Inhalt gleich herausholen.
Sie haben Ihr Treffen gut vorbereitet und kommen nicht in die Gefahr, „kramen“ zu müssen, um dem Headhunter die richtigen Unterlagen zu überreichen. Deshalb sind Sie auch souverän. Unter anderem deshalb. Denn während der Headhunter Sie „gegoogelt“ hat, haben Sie sich auch über ihn kundig gemacht. Sie wissen, mit welcher Persönlichkeit Sie es in diesem Vorstellungsgespräch zu tun haben.
Während des Gespräches, das ist Ihnen vollkommen klar, trifft Ihr Gegenüber weitere Einordnungen. Wie sitzen Sie am Tisch? Wie ist Ihre Körpersprache insgesamt? Ihr Blick – ist er angemessen und fest, wenn Sie Blick-Kontakt halten? Oder wirken Sie wenig souverän, sind in der Versuchung, nervös zu werden und auszuweichen? Wie konsumieren Sie, was Sie bestellt haben – können Sie mit einer angemessenen Tisch-Etikette aufwarten?

Als sein Blick nebenbei Ihre Manschette und Ihre Uhr streift sind Sie sich bewusst:
Ihre klassische Uhr spiegelt Ihr Traditions-Bewusstsein wider. Das Erbstück Ihres Vaters, ein unauffälliger, dabei hochwertiger Zeitmesser verbindet Sie mit Ihren Werten. Natürlich könnten Sie jetzt mit einem Fabrikat der Luxuskategorie mehr über sich preisgeben. Da Sie aber nun mal nicht markenaffin sind und sich im Vorstellungsgespräch auch nicht verbiegen möchten, beschließen Sie, Ihr Eindrucksmanagement über andere Akzente zu steuern.
Schließlich soll Ihre neue Position Sie ja als kompetente Persönlichkeit erleben. Und zu Ihnen gehört nun einmal das Erbstück Ihres Vaters.
Auch, wenn die vergangenen Gespräche teilweise etwas holprig gelaufen sind, haben Sie nicht vor, hier zu einem Abziehbild Ihrer selbst zu verkommen.

Nur da, wo es sinnvoll ist, da sind Sie jetzt bereit, über Ihre Schmerzgrenze hinweg zu gehen. Und deshalb haben Sie auch die rot-geringelten Strümpfe zu Ihrem Anzug weggelassen.
Erstens passen die nicht zur Vakanz und zweitens trägt sowas eh kein Mensch mehr.
Nachdem Sie sich von dem Headhunter verabschiedet haben, lassen Sie dieses Vorstellungs-Gespräch noch einmal revue passieren: Zu dem atmosphärischen Knick der letzten Gespräche kam es diesmal nicht.
In diesem Vorstellungsgespräch haben Sie sich mit sich selbst wohl gefühlt. Obwohl Sie hierfür Ihre Schmerzgrenze an der einen oder anderen Stelle überschritten haben wissen Sie:
Sie waren dabei immer authentisch. Und die zeitlichen und finanziellen Investitionen, die es für Sie zu tätigen galt, waren mit Augenmaß auf Ihre gegenwärtige finanzielle und familiäre Situation ausgerichtet.