Wenn man die Speisekarte für Sie tanzt

Eine Einladung stilvoll annehmen - ein Blog über Stil von Patrizia Becker

…ist wahrscheinlich schon etwas schiefgelaufen. Das kann ganz leicht passieren, denn die Kommunikation rund um das Thema „Essen“  in der westlichen Hemisphäre ist alles andere als einfach. Gast- und Gastgeber, ein Spiel mit Hindernissen.

Aber sehen wir uns das Ganze doch einfach mal anhand eines Beispiels an:
Eine Einladung zum Essen ist was Feines. Zusammen sitzen, reden und genießen oder auch „g’schäftln“ wie die Bayern sagen macht einfach Spaß.
Etwas herausfordernd wird es jedoch, wenn man unter einer Allergie leidet, wie z.B. gegen Fischeiweiß. Dann wird die Einladung in ein Fischrestaurant eher zur Prüfung.
Oder man ist Veganer mit Weizenallergie (was gar nicht so selten vorkommt), dann muss man schon ein Kommunikationsgenie sein, um dem Gastgeber höflich die Einschränkung zu signalisieren.

Wie also lasse ich jemanden stilvoll wissen, dass die Auswahl des Essens Bedingungen unterliegt?  „Zeit ist das Kostbarste, was man jemandem schenken kann“ hat mir mal jemand gesagt. Und ich finde, das stimmt. Also ist es immer eine gute Idee, sich  über die Einladung wertschätzend zu äußern, sich z.B. auf ein inspirierendes Gespräch zu freuen.
Wenn der Gastgeber nicht nach Vorlieben fragt, bedanke ich mich einfach für die Einladung mit Worten wie:
„Frau Maier, wie schön, dass wir da ausreichend Zeit haben, um miteinander zu sprechen.
Danke!“ Fertig. Ist der Gastgeber kein guter Bekannter, wäre mehr hier zu viel.
Dann kann ich erst im Restaurant höflich auf eine geeignete Auswahl eingehen.

Hier vergreift sich mancher schnell, denn eine leicht gerümpfte Nase und die Bemerkung „bisschen Fisch-lastig hier“ ist für einen Gastgeber eine Zumutung. (Und das habe ich tatsächlich schon erlebt – mit „Mr. Allergiefrei“ bei einem „normalen Italiener“)„Findet sich in der Liste der Menüs kein auf Anhieb passendes, ist eine freie Zusammenstellung erlaubt. Wichtig ist, dass sie mit Signalen des Respektes vor dem Gastgeber und dem Restaurant verbunden ist: Ok, also da ich absoluter Tomaten-Fan bin, nehme ich gerne die geschmolzenen Tomaten mit der Kräuter-Sauce. Wäre es möglich, dass Sie mir anstelle der Nudeln Kartoffeln bringen?“ So eine Bestellung tritt niemandem auf den Schlips. Eine nachgereichte Erklärung zur Unverträglichkeit liegt jetzt in meinem Ermessen. 

“Ideal ist natürlich, wenn ich als Gastgeber bei einer Einladung direkt frage: „Mögen Sie Fisch?“ Oder „Gibt es etwas, was Sie gar nicht mögen? Dann hat der Gast die Freiheit, sich offen zu äußern.
Womit wir wieder bei der getanzten Speisekarte wären:
Im positiv verrückten Berlin wäre es sicher kein exotisches Unterfangen, als mondphasenorientierter Veganer mit Weizenallergie ein Restaurant zu finden – aber einen mittelständischen Zulieferer auf dem Dorf sollte ich nicht mit allzu ausgefallenen Neigungen in Verlegenheit bringen.

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