Wie Sie schnell eine gute Beziehung aufbauen – zu jedem.

Der Onboarding- Prozess ist ein erfolgskritischer Faktor in der Unternehmenskultur. Ein wirkungsvolller Onboarding-Prozess erstreckt sich ingesamt über mehrere Monate.

Manchmal sind es die ganz einfachen Sachen, die einen weiter bringen. Banale Dinge, an denen man schnell vorbei läuft, ohne sie zu bemerken. Dies gilt auch für das Thema „gute Beziehung“.
Wie z.B. ein kleiner Kuchen. Genaugenommen kein Kuchen, sondern seine Urform. Die Urform von Kuchen früher bestand aus: Mehr, Zucker, Butter, Eier plus was man eben noch so hatte.
Das wurde dann in einem mehr oder weniger geheim gehaltenen Vorgang zusammengerührt, in eine monströse Form gegossen und kam für gefühlte fünf Stunden in den Ofen. (Naja, genaugenommen eine bis anderthalb, jedenfalls dauert der Vorgang gefühlt ewig.)

Das zog sich so über Generationen hin, bis einige Dinge sich als immer unpraktischer erwiesen:

  • Die monströse Form fasste Kuchen für eine Armee. Wer aber lebt schon mit einer Armee im Haus?
  • Der Vorgang ist ausgelegt auf passionierte Hobby-Bäcker oder Menschen, die sich mindestens für einen halben Tag im Haus aufhalten, rechnet man die Logistik drumherum noch dazu.
  • Das Gemeinschaftserleben „Kaffeetrinken“ ist für viele mittlerweile in dieser Form nicht mehr attraktiv.

Und weil findige Anbieter diese Gewohnheiten der Konsumenten erkannt haben, haben sie eine neue Form entwickelt: Eine Portion in der Tüte, für die man nur etwas Milch, eine Tasse und eine Mikro braucht. Also eine Mini-Büro-Ausstattung. Das Ganze rührt man ineinander und hat mit der „Mikro“ in zwei Minuten einen Kuchen. Oder die Mini-Ausgabe dessen, was man früher halt so Kuchen genannt hat. Egal: Das Ganze ist einer Begegnungsform angepasst, die wir heute so pflegen: Die fünf Minuten in der Kaffeeküche des Büros. Auch, wenn man sich selbst zu dem hingezogen fühlt, was als „real thing“ – echter Kuchen – wahrscheinlich eher preisverdächtig ist: Die Idee finde ich klasse.

Was ich mich frage ist: Wie können wir unsere Kommunikationsmuster intelligent anpassen – nicht, um das „Echte“ zu vergessen. Sondern um die abzuholen, die durch stundenlanges Rumwurschteln nicht mehr erreichbar sind. Weil ihr „Bewegungsprofil“ sich geändert hat?
Die, die in zehn Minuten eine Gruppendynamik aufbauen, für die früher ein einstündiger Termin Usus war?

Hier kommt der Wertekanon in einer ganz interessanten Form ins Spiel: Was für mich sehr viel bedeutet, muss nicht unbedingt für mein Gegenüber auch wichtig sein.
Und die Fähigkeit, mich ein Stück weit in den Rhythmus der anderen mit hinein nehmen zu lassen ist die Fähigkeit, sie in ihrer Tiefe zu erreichen. Unkompliziert, ohne bürokratisches Brimborium.