Xavier Naidoo und der ESC: Chillen im Auge des Taifuns

Xavier Naidoo: Ein Leben mit Symbolcharakter Schwarz-Weiß, so wird die Debatte um Xavier Naidoo geführt.

Xavier Naidoo ist es vielleicht schon gewohnt als Symbol herhalten zu müssen:
Der Sänger mit den Tiefgang-Garantie hat gezeigt, dass man auch mit Migranten-Hintergrund hervorragendes deutsches Liedgut produzieren kann. Und dass man dann auch ganz schnell gefeiertes Mitglied einer Gesellschaft ist, die sich ansonsten etwas schwerer tut mit ihren farbigen Söhnen. „Geht doch“ schien die beweisartige Aussage über seinem Werdegang zu sein.

Xavier Naidoo und die Söhne Mannheims: Bodenhaftung und Berührbarkeit

Mit seiner Band „Söhne Mannheims“ schuf der Sänger einen ganz eigenen Kosmos: Mal ganz sanft, mal bossy, mal einem unsichtbaren Gott zugeneigt und dann wieder frontal der fleischgewordenen politischen Gefahr gegenüber. Nicht immer vorhersehbar, aber echt.

Xavier Naidoo ist mit seiner Musik das geglückt, was Kurt Cobain mit dem Grunge gelungen ist:
Er hat dem urbanen Zeitgeist eine  Stimme gegeben. Hat Dinge in eine Poesie gepackt, die der leisen Zwischenmenschlichkeit ein Gesicht gibt. Dafür lieben ihn die einen und verachten ihn die anderen.
„Heulsuse aus Mannheim“ hat irgendjemand gesagt. Seitdem geistert diese wenig schmeichelhafte Bezeichnung für den niveauvollen Deutschbarden durch’s Netz.
Irgendwie scheint sich das Leben zwischen den Extremen bei Xavier Naidoo einzupendeln.

Das Ding entgleist vollkommen: Xavier Naidoo und die Hörigkeit der Medien

„Rin inne Kartoffeln, raus ausse Kartoffeln“ hieß es früher, wenn sich jemand nicht entscheiden konnte  und durch ewiges Hin und Her eine ganze Gruppe in Mitleidenschaft zog.
Das wurde dann mit deutlichen Worten und eindeutig genervtem Augenrollen quittiert.
„Quotennutte“ hat das Thomas Gottschalk mal genannt: Die berufsbegleitende Willenlosigkeit der Mediengemeinde gegenüber galt früher dem Zuschauer im Fernsehen, heute dem im Netz.
Aus der „Medienhörigkeit“ ist anscheinend die „Hörigkeit der Medien“ geworden.

Die einzig richtige Reaktion: Xavier Naidoo übt sich in faktenorientierter Lässigkeit

Einmal mehr erwartet Naidoo ein Dasein als Symbol: Der mangelnden Sensibilität der ARD gegenüber der eigenen Klientel fällt zum Opfer, was eigentlich als Erfolgs-Story gedacht war.
Vielleicht war die Reaktion auch deswegen nicht absehbar: Im Auge des Taifuns ist’s dem Vernehmen nach eben ruhig. Naidoo wirkt in seiner Rolle hier fast wie die erste Hälfte der Gleichung: Auf hohem Niveau, präzise ausformuliert. Aber es ist eben nur die erste Hälfte der Gleichung.
Hinter dem „Ist“ kommt das Finale. Und das scheint von einer Gemeinde bestimmt zu werden, ohne deren „Segen“ es wohl nicht mehr zu gehen scheint. Dem digitalen wohlgemerkt. Denn von Kollegen und dem verantwortlichen Koordinator Thomas Schreiber erhält der Sänger das Prädikat „offen, menschlich, berührbar“. So greift er denn zum besten Stilmittel, das ihm in seiner Lage bleibt: Mit sportlicher Gelassenheit und einem Hinweis auf die bereits erbrachte Arbeitsleistung tritt er seine Rolle als Symbol an: Ob man es gut findet oder nicht: Xavier Naidoo symbolisiert einmal mehr die Fähigkeit der deutschen Landschaft einen auszuhalten, der anders ist.
Nur geht es diesmal nicht um die Haut-  sondern um die sozio-politische Klangfarbe. Akzentverschiebung nennt man das auch.
Xavier Naidoo kann man mögen oder es lassen. Er wird das überstehen und „sein Ding“ machen.

Ob die kulturelle Vielfalt in unserem Land diese Kombination aus Tunnelblick und Dominanzgelüsten übersteht sei dahingestellt.

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(Bild: Fotolia/ (C) Fotobank)